Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Ueber  die  Entsteliungszeit  des  Schwabenspiegels.

799

zu  erörtern  sein,  welche  mir  die  Annahme  einer  Entstehung 1
vor  der  Zeit  König  Rudolfs  zu  verbieten  scheinen.
A.
Unter  den  Gründen,  welche  die  angebliche  Entstehung
des  Schwabenspiegels  vor  der  Zeit  König  Rudolfs  erweisen ­
  sollen,  sind  wohl  nur  die  zwei  bereits  erwähnten  mit
dem  Ansprüche  auf  zwingende  Beweiskraft  geltend  gemacht,
nämlich  das  Vorhandensein  einer  Handschrift  schon  im  Jahre
1268  und  die  Abfassung  durch  den  im  Jahre  1272  gestorbenen
Bertold  von  Regensburg.  Was  sonst  für  jene  Annahme  vorgebracht ­
  wurde,  beanspruchte  durchweg  nur  unterstützende
Bedeutung,  sollte  die  Entstehung  zur  Zeit  König  Richards  nur
wahrscheinlicher  machen,  ohne  doch  die  Annahme  späterer  Abfassung ­
  bestimmt  auszuschliessen.  Wir  werden  es,  so  weit  das
überhaupt  nothwendig  sein  wird,  im  zweiten  Theile  der  Erörterung ­
  berücksichtigen,  uns  hier  auf  die  angeblich  ausschlaggebenden ­
  Gründe  beschränken.
Die  Annahme  des  Vorhandenseins  einer  Handschrift
im  Jahre  1268  stützt  sich  auf  Eintragungen  in  einer  im  Besitze ­
  Föringers  befindlichen,  von  Rockinger  genauer  untersuchten ­
  spätem  Handschrift  des  Schwabenspiegels.  Einem
früheren  Besitzer  derselben  wurde  1609  die  Benutzung  einer
alten  Pergamenthandschrift  des  Rechtsbuches,  welche  wir  nach
Rockingers  Vorgänge  mit  P.  bezeichnen,  gestattet,  aus  welcher
er  dann  auf  leeren  Blättern  und  am  Rande  seiner  eigenen  Handschrift ­
  das  eintrug,  was  ihm  bemerkenswert!!  schien.
Danach  fand  sich  nun  in  P.  insbesondere  folgende  Inschrift: ­
  Hiss  pergamene  recht  puech  hob  ich  Heinrich  der  Preckendorffer,
  zue  dem  Prekhendorff  vnd  Krebliz  doheim,  mit  mir  miss
Schweyttz  gebracht.  Schankht  vnd  vererdt  mir  ein  ritter  vnd
burger  auss  Zürikh  als  ich  der  zeyt  bey  graff  Rudolff  von  Habspurg
  mit.  vier  heim  edler  knecht  gewesen,  vnd  er  damals  sarnbt
andern  rittern  vnd  knechten  auss  Zürich  meinem  hem  dem  graffen
zu  hiljf  geschikht  ward,  der  dan  disser  zeit  wider  di  hem  von
Regensperg,  den  bischojf  von  Bassel  vnd  zwayen  grafen  von  Toggenburg
  krieg  gefürth  hat.  Vnd  bin  anno  1264  zu  graff  Rudolff
von  Habspurg  körnen,  vnd  anno  1268  uff  zuschreiben  meines
Sitzungsber.  der  phil.-hist.  CI.  LXXYII.  Bd.  IV.  Hft.  51
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.