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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Miklosich.

thoves  und  coves  d.  i.  tsoves  du  wirst  stellen,  got.  ga-ded-s,  ahd.
töm  ich  thue;  dagegen  aind.  danta-s,  got.  tunthu-s,  ahd.  zand
d.  i.  tsand  aus  *thand;  zig.  dant.  Das  Gemeinsame  ist  die  Verwandlung ­
  des  h  in  s  nach  t.  In  vn.  findet  man  latches,  laces
(latses)  neben  rakch.  Da  v  keiner  Aspiration  fähig  ist,  so  wird
es  durch  pli  ersetzt:  aind.  vidhuva:  phivlo.  vrddha:  phurö.  Es
ist  jedoch  richtig  ph  auf  b  zurückzuführen.
6.  Nicht  aus  allgemeiner  Vorliebe  der  Sprache  für  aspirirte
  Laute,  sondern  aus  ihrer  Vorliebe  für  aspirirten  Anlaut
scheint  die  später  zu  erwähnende  Metathese  der  Aspiration  erklärt ­
  werden  zu  sollen.
7.  Es  wird  sich  aus  der  Abhandlung  ergeben,  dass  die
Zigeunermundarten  hinsichtlich  der  aspirirten  Consonanten  von
einander  sehr  abweichen.  Die  grösste  Vorliebe  dafür  wird  man
in  m.  wahrnehmen;  iv.  und  vii.  möchten  sich  wohl  als  massgebend ­
  erweisen;  in  ii.  wird  selbst  in  der  genauen  Schreibung
meines  Gewährsmannes  einiges  Schwanken  bemerkt;  in  v.  findet
man  leer  Haus  Lieb,  und  kheer  Zipp,  bei  Pott  2.  153:  ersteres  ist
wohl  ungenaue  Schreibung;  xn.  hat  keine  Spur  der  Aspiration  bewahrt, ­
  während  xm.  in  ch  (8)  für  th  an  diese  erinnert.  Aus  der
Betrachtung  der  hieher  gehörigen  Erscheinungen  dürfte  hervorgehen, ­
  dass  allen  Zigeunermundarten  Europa’s  eine  Sprache
zu  Grunde  liegt,  welche  die  Aspiraten  kli,  th,  ph  besass,  neben
die  Andere  vielleicht  gh,  dh,  hli  zu  stellen  geneigt  sein  möchten.
Wenn  aus  aind.  ghäsa  Futter  in  i.  kas  entstand,  so  ist  dafür
eine  Mittelform  khas  anzunehmen.  Ob  indessen  in  i.  wirklich
die  aspirirten  in  dem  Maasse  den  unaspirirten  Consonanten  gewichen ­
  sind,  als  diess  in  Paspati’s  Werk  dargestellt  wird,  halte
ich  nicht  für  unzweifelhaft.  Wie  sollen  wir  es  uns  erklären,
wenn  khinö  und  kind  müde,  khnvdva  und  kuvdva  flechte  u.  s.  w.
geschrieben  wird?
8.  Zwischen  bestimmten  Consonanten  und  den  Vocalen  e
und  i,  seltener  anderen  schiebt  sich  in  der  Mundart  der  rumänischen ­
  und  manchmal  der  ungrischen  und  mährisch-böhmischen
Zigeuner  ein  parasitisches  j  ein;  daher  ratji  ii.  aus  rati:  tj  geht
in  erweichtes  t  d.  i.  <’  über  :  rati.  Dieselbe  Erscheinung  tritt
bei  aspirirten  Consonanten  ein,  wodurch  Lautverbindungen  entstehen, ­
  die  nur  von  zigeunerischen  Sprachorganen  ohne  Mühe
bewältigt  werden  können:  k  geht  in  diesem  Falle  in  t  über.
            
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