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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Miklosicli.

Mundart  der  mährisch-böhmischen  Zigeuner,  die  nach  Puchmayer ­
  kchakch  Vetter,  tchuv  Rauch,  pchak  Flügel  sprechen;
2.  in  der  Mundart  der  bessarabischen  Zigeuner,  wie  aus  dikchaü
ich  sehe,  tchud  Milch  und  pcliej  Schwester  für  pcken  hervorgeht.
Vergl.  meine  Abhandlung  über  die  Mundarten  und  Wanderungen
der  Zigeuner  II.  Seite  24—26.  Dasselbe  gilt  3.  von  den  Moskauer
Zigeunern:  kcher  Plaus,  te  tchoves  neben  te  coves  stellen,  pcliabäj
Apfel.  Vergl.  0.  Böhtlingk  im  Bulletin  de  la  Classe  hist.-philol.
St.  Petersbourg.  1853.  X.  Seite  1.  261;  und  4.  von  der  Mundart  der
polnisch-litauischen  Zigeuner:  jakcha  Augen,  tlian  Tuch,  pchaka
Flügel,  obwohl  man  phuma  terra  geschrieben  findet,  bh  scheint  zu
fehlen:  baryolau  ich  wachse.  Dagegen  sprechen  die  Zigeuner
der  Bukowina  nicht  kch,  tck  und  pch,  sondern  kh,  th  und  ph:
khrbr  Haus,  thovö  ich  lege,  phu  Erde.;  nur  in  pcliiko,  wofür  auch
psikö  vorkömmt,  Schulter,  hört  man  die  Spirans  ch:  doch  finde
ich  auch  pchjer  neben  phjer  ambula  geschrieben.
4.  Wenn  aus  aind.  bhumi  zig.  phuv,  pchuv  entsteht,  wenn
also  an  die  Stelle  des  tönenden  b  das  tonlose  p  tritt,  so  liegt
der  Grund  dieser  Erscheinung  in  der  Natur  des  auf  b  folgenden
Lautes,  mit  dem  das  tönende  b  nicht  vereinbar  ist.  Um  diese
Veränderung  zu  erklären,  braucht  man  nicht  nothwendig  an  die
Spirans  zu  denken,  indem  der  Hauch  dieselbe  Wirkung  hervorbringt, ­
  wie  das  hind.  zeigt,  wo  bei  der  Aussprache  das  gh  zwar
mit  g  angesetzt,  aber  mit  k  geschlossen  wird.  E.  Brücke,
Sitzungsberichte  XXX.  Seite  219.  G.  Curtius,  Grundzüge  der
griechischen  Etymologie.  IV.  Auflage  Seite  425.  Dagegen  wird
bharö  gross  gesprochen,  nicht  pJiaro.
Dass  zig.  khakh,  thuv,  phcik  gesprochen  wird,  ist  unzweifelhaft ­
  ;  auch  im  armen,  k’,  t’,  p’  höre  ich  zwei  Laute;  auch  daran,
dass  im  hind.  kh,  gh  u.  s.  w.  zwei  Laute  unterschieden  werden,
kann  nach  den  Mittheilungen  Brücke’s  und  Arendt’s  und  nach
der  Bezeichnung  dieser  Laute  in  der  arabischen  Schrift  nicht
gezweifelt  werden.  Wenn  nun  J.  Beames,  A  comparative
grammar  of  the  modern  aryan  languages  of  India.  I.  Seite  264.
265,  versichert,  dass  die  Aspiraten  nie  als  blosse  Verbindungen
eines  gewöhnlichen  Buchstabens  mit  h  angesehen  werden,  dass
es  ganz  und  gar  eine  europäische  Ansicht  sei,  sie  so  zu  behandeln, ­
  dass  k  nicht  ein  k-Laut  sei  gefolgt  von  einem  li,  dass
kh  vielmehr  ein  k  sei  —  uttered  with  a  greater  effort  of  breath,
            
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