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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Zur  Metaphysik  des  Schönen.

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dessen  ist  das  Unvermögen  der  schaffenden  und  producirenden
Natur,  sich  innerhalb  ihres  Lebensbereiches  zur  selbstigen
Innerlichkeit  zusammenzufassen,  die  ihr  eben  einfach  abgeht.
Dasjenige,  was  sich  in  ihr  darlebt  und  gestaltend  durchgreift,
ist  nicht  ein  selbstiges  persönliches  Princip,  sondern  ein  an
sich  seelenhaftes  unpersönliches  Sein  und  Wesen,  das  zufolge
seiner  Unselbstigkeit  nur  in  stofflicher  Veräusserung  sein
Dasein  haben  kann  und  eine  unerschöpfliche  Zahl  von  Wandlungen ­
  und  Gestaltungen  seiner  selbst  zulässt,  ohne  in  irgend
einer  derselben  zum  absoluten  Abschlüsse  ihres  Lebens-  und
Wandelungsprocesses  aus  sich  selbst  gelangen  zu  können.
Daher  die  im  Grossen  wie  im  Kleinen  stetig  sich  wiederholende ­
  kreisläufige  Wiederkehr  zum  Anfang  und  Ausgangspunkte ­
  ihrer  Lehensentwickelung,  der  Umtrieb  ihres  Lebens
im  steten  Wechselspiele  von  Entstehen  und  Vergehen,  Auflösung ­
  und  Neubildung,  und  der  hiedurch  bedingte  unaufhörliche ­
  Wandel  und  Wechsel  der  Gestaltungen.  Dieser  kreisläufige ­
  Process  kann  aber  weder  als  anfangslos  noch  als  ziellos
gedacht  werden;  er  ist  die  Verwirklichung  einer  dem  an  sich
seelenhaften  Stoffe  eingesenkten  Idee,  die  in  demselben  als
lebendige  Bildungsmacht  thätig  ist  und  eben  keine  andere
Idee,  als  die  in  den  Stoff  projicirte  göttliche  Idee  der  sichtbaren ­
  Naturwirklichkeit  ist,  die  vom  Schöpfer  mit  Beziehung
auf  den  Menschen  und  auf  das  im  Menschen  mikrokosmisch
zusammengefasste  Weltganze  gedacht  und  geordnet  ist.  Daher
das  Hinanstreben  der  lebendigen  Erdnatur  zum  Menschen,  und
der  im  sichtbaren  Weltganzen  versichtbarte  Ausdruck  der
Gesammtwelt,  die  keineswegs  in  der  sinnlichen  Erscheinungswelt ­
  aufgeht,  sondern  eine  dem  Bereiche  des  Sichtbaren  übergeordnete ­
  unsichtbare  Welt  und  Wirklichkeit  in  sich  fasst,
die  den  denknothwendigen  Abschluss  der  makrokosmischen
Welt  bildet,  wie  der  mikrokosmische  Mensch  nach  seiner  sichtbaren ­
  Erscheinung-  der  Abschluss  des  dem  makrokosmischen
o
Lebensprocesse  eingegiieddrten  Lebens-  und  Bildungsprocesses
der  tellurischen  Sphäre  ist.
Obschon  die  sichtbare  Naturwirklichkeit  in  keiner  ihrer
besonderen  Bildungen  etwas  vollendet  Schönes  hervorzubringen
vermag,  ist  sie  doch  in  der  Totalität  ihrer  Erscheinungen
augenfällig  etwas  wahrhaft  Schönes,  dessen  Anblick  sich  dem
            
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