748
Werner.
gen ewigen Abschluss der zeitlichen Weltentwickelung in unabweislich
sichere Aussicht stellt. Alles creatürliche Schöne
wird demnach die vollendete Hervorbildung der ihm eigenen
Schönheit in der zukünftigen verklärten W 7 elt erlangen, welche
der Ort der absolut verwirklichten Ideale ist.
Selbstfassung und Sammlung in sich selber setzt ein sich
fassendes und in sich sammelndes Sein voraus, absolute Selbstfassung
und Selbstsammlung ein absolutes Selbst. Das absolute
göttliche Selbst hat sein geschöpfliches Gegenbild im Menschen,
in welchem das creatürliche kosmische Sein sich in sich selbst
zur concret durchgebildeten Einheit zusammenfasst und in der
leiblichen Aeusserlichkeit des Menschen den sichtbaren Ausdruck
dieser centralisirten Selbstfassung und Selbstinnerung
des kosmischen Seins aus sich hervorstellt. Diese centralisirende
concrete Selbstinnerung und Selbstfassung des Universums
muss eine geistige sein, weil sie ohne dem keine wahrhafte
Selbstinnerung und Selbstfassung sein könnte, kann aber
keine absolute und absolut geistige sein, weil sie eben das
sinnlich Stoffliche in das Geistige zurückzuvermitteln, und umgekehrt
die selbstige Geistigkeit dem Stofflichen als lebendige
selbstige Bildungsmacht einzugeisten hat. Das eigenste Wesen
des Menschen ist, eine plastische Ineinsbildung des Geistig-Selbstigen
und Stofflich-Sinnlichen zu sein, in welcher das
Geistig - Selbstige sich in dem ihm angebildeten Stoffe abgestaltet,
und in dieser Abgestaltung sich einen sichtbaren Ausdruck
seiner selbst schafft. So wäre also der Mensch wenigstens
seiner Idee nach dasjenige Wesen, in welchem der Stoff
dem in ihm ausgedrückten und verwirklichten Gedanken vollkommen
eingeordnet ist, obschon diese durch das Ebenmass
der menschlichen Gestalt angezeigte vollkommene Einordnung
erst in einer zukünftigen vollendeten Welt zur vollendeten
Wirklichkeit werden kann.
Das Ebenmass der menschlichen Gestalt zeigt an, dass
in ihr der Stoff vollkommen dem in ihm ausgedrückten Gedanken
eingeordnet sei. Nicht so verhält es sich mit allen
übrigen Bildungen der sichtbaren Wirklichkeit; in diesen manifestirt
sich offenbar ein relatives Ueberwiegen des Stoffes über
die ihn bewältigenden Bildungformen, daher in keiner derselben
die reine Schönheit zum Ausdrucke kommt. Grund