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Werner.
Bildungen und Gestaltungen, soweit sie den Charakter des
Menschenwürdigen und Menschlichedlen an sich haben müssen,
unter das Richtmass des vom Naturschönen wesentlich verschiedenen
Ethischschönen fallen, obwol durch diese Kategorie
das charakteristische Wesen des Menschlichschönen nur ganz
im Allgemeinen angegeben, ja eigentlich nur die wesentliche
Grundvoraussetzung und unerlässliche Vorbedingung des Menschlichschönen
bezeichnet ist. Denn das Ethische als solches bezieht
sich nicht auf das menschliche Bilden und Gestalten
als solches, sondern auf die Behauptung der Macht und Freiheit
des sittlich guten Willens und auf die sieghafte Vorherrschaft
des dem Guten um seiner selbst willen dienenden Geistwillens
gegen jedes unedle und selbstische Interesse. Indess bethätiget
sich die Macht des ethischen Willens durch sich selber auch
schon als gestaltende Macht, welche, indem sie die menschliche
Daseinswirklichkeit der Idee des Menschendaseins adäquirt,
derselben einen unter das Mass der Schönheitsidee fallenden
Charakter aufdrückt, und die notliwendige Unterlage für die specifisch
auf die Verwirklichung des Schönen als solchen gerichteten
Thätigkeiten bereitet. Auch ist die sittliche Bethätigung
des Menschheitsgeistes eine denknothwendige Vorbedingung der
Herbeiführung der vollendeten Welt und Ordnung, oder jener
absolut schönen Wirklichkeit, welcher der Mensch im unsterblichen
Sein angehören soll und will; der Eintritt dieser
vollendeten Wirklichkeit selber ist ein Werk Gottes, das in
der ursprünglichen Welteinrichtung grundgelegt, durch die
Thaten der göttlichen Weltleitung seiner Vollendung entgegengeführt
werden soll.
Hier nun, im weltleitenden göttlichen Walten, welches
das gesammte irdische Zeitdasein des Menchen durchleuchtet,
tliüt sich eine neue Art von Schönheitsoffenbarung auf, grösser
und erhabener als jene in der Natur, lichter und herrlicher
als jene, die sich in der menschlichschönen Gestaltung der
irdischen Daseins weit des Menschen aufthut. Das menschlich
Edle und menschlich Schöne hat seinen absoluten Bestand
und Halt nicht in sieh selbst, sondern in einem Höheren iibei
ihm; und wie es nach Unten auf dem Boden der natürlichen
Wirklichkeit steht, so muss es nach Oben durch ein unmittelbar
in s Menschendasein eingreifendes Continuirliches göttliches