58
Zi inmermann.
Er vergleicht ihn dem Eindruck (empreinte), den ein Körper
zurücklässt iu dem Fluidum, in das er gelegt worden ist, und
der vom geometrischen Gesichtspunkte aus (sous le rapport
geometrique) diesem selbst ohne Schaden substituirt werden
kann. Doch muss ihm selbst jener ,Eindruck', welcher genau'
genommen mehr die Abwesenheit eines Objectes als selbst ein
Object darstellt, nicht als passender Gegenstand einer Sinneswahrnehmung
erschienen sein. Einen solchen kann nur ein
Physisches abgeben; soll die Geometrie eine ,Science physique'
d. i. eine auf Beobachtung gegründete Wissenschaft sein, so
bleibt nichts übrig, als dem Gegenstände derselben, dem geometrischen
Raume, nicht nur ,Objectivität‘, sondern ,physische'
Natur beizulegen. Das ,unbestimmte Mittel', welches als Raum
(espace) alle Körper des Weltalls in sich umfasst, wird selbst
als ,körperlich' und zwar als ,analog dem wirklichen Mittel,
in dem wir leben, gedacht', so zwar, dass wenn dieses flüssig
wäre, statt dass es gasig ist, auch der geometrische Raum als
ein Fluidum vorgestellt würde (tellement, que, si ce milieu
etait liquide, au lieu d’etre gazeux, noti’e espace geometrique
serait sans donte concu aussi comme liquide).
Kant’s Warnung, den Raum nicht für einen empirischen
Begriff zu nehmen, der von äusseren Erfahrungen abgezogen
worden sei, ist der positiven Philosophie nicht zu Ohren gekommen;
ebenso wenig die Kunde von seiner und Berlceley’s
Verwandlung desselben in ein subjectives Phänomen. Dennoch
erklärt Comte weiter die Vorstellung der Ausdehnung, abgesondert
von den Körpern, an denen sie uns offenbar wird'
(separement des corps, qui nous la manifestent), für eine blosse
,Hypothese', für ein fundamentales Bild' (image fondamentale)
und eine ,allgemeine Abstraction'. Wenn die obigen Ausdrücke
für eine ,objective' Existenz des Raumes sprechen, so scheinen
die letzteren auf eine solche nur ,in Gedanken' hinzudeuten.
Wollten wir also auch zugeben, dass derselbe ein Gegenstand
der Beobachtung, so Hesse sich doch nicht leugnen, dass er
als blosses ,Bild' von den realen Phänomenen der Astronomie,
Physik u. s. w. wesentlich unterschieden sei. Der Wahrnehmung
durch den äusseren Sinn (die einzige Erkenntnissquelle der
positiven Philosophie) ist eine ,Abstraction', ,Hypothese' oder
ein ,Bild‘ der Einbildungskraft sicher nicht zugänglich. Auch