Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Laski,  Erzbischof  von  Gnesen.

609

Hände  im  Spiele  hatte,  so  dürfte  auch  das  hier  erwähnte  Mädchen ­
  niemand  anderer  sein,  als  Anna  Koscielecka.  Man  ersieht
in  diesem  Falle,  dass  Laski  ursprünglich  als  Bräutigam  derselben ­
  nicht  seinen  Neffen  im  Auge  hatte,  wie  er  ja  noch  1517
ausruft:  ,Weiss  Gott,  an  wen  sie  ihre  Vormünder  vermälen
werden'. 1  Der  junge  Laski 2  aber,  von  dem  Tomicki  spricht,
dürfte  Hieronymus  sein.
Wie  wir  aus  jenem  Briefe  ersehen,  trat  sonach  der  junge
Laski  durch  seine  Heirat  ein  reiches  Erbe  an.  Allein  missgönnten ­
  die  Gegner  Laski  die  Verbindung  seines  Neffen  mit
einem  angesehenen  einflussreichen  Hause,  wie  jenem  des  Castellans
  von  Posen,  so  ist  es  nicht  auffallend,  dass  sie  auch
diejenige  des  jüngeren  Laski  mit  der  reichen  Erbin  von  Rituani
mit  scheelem  Blicke  betrachteten. 3  Wirklich  sah  sich  Hieronymus ­
  bald  in  einen  Process  über  das  Heiratsgut  seiner  Gattin
verstrickt.  Ohne  Zweifel  bezieht  sich  auf  diese  Angelegenheit
ein  Brief  Tomicki’s  (1522),  worin  erzählt  wird,  dass  in  Laski’s
Aufträge  dessen  Neffe  Rambiewski  nach  Wilno  gekommen  sei,
um  den  König  zur  Rückkehr  in’s  Reich  und  Einberufung  der
Particularconvente  aufzufordern.  ,Ich  meine  aber',  heisst  es
weiter,  ,dass  er  vielmehr  über  die  Feindschaft  der  Familie
Pilcza  betroffen  ist,  obgleich  ich  von  meinem  Bruder,  dem
Castellan  von  Beiz,  als  er  hier  war,  erfuhr,  dass  sie,  obgleich

1  Testam.  29  b.  vgl.  34  b:  ,circa  desponsacionem  virginis  Rytwenslsa,  iu
quantum  dei  g'racia  istud  me  uiuente  erit.‘  Mit  dem  von  Tomicki  vereitelten ­
  Heiratsprojecte  hängt  es  vielleicht  zusammen,  dass  L.  sich  in
jenem  Jahre  (151(5)  längere  Zeit  auf  den  Gütern  zu  Rituani  aufhielt,  um
Grenzstreitigkeiten  beizulegen,  und  dass  er  das  dortige  Schloss  ausbessern ­
  liess,  welches  jedoch,  während  er  sich  daselbst  aufhielt,  abbrannte. ­
  Testam.  26  a.
2  ,filius  domini  Laski.“
3  Die  Hs.  44  fol.  der  Univ.  Bibi,  zu  Krakau  enthält  u.  a.  ein  Gedicht  unter
dem  Titel:  ,Responsio  pro  Cimba  ad  Corbitam  (Anspielung  auf  L’s  Wappen) ­
  per  G.  Phi.  Hispanum,  das  mit  den  Versen  schliesst:
,At  tua  magna  ratis  roseis  onusta  relictis
Et  quas  technarum  lerna  parauit  opes
Cum  uelo  et  remis  careat  sitque  auchora  nulla
Die  mihi  quo  recto  nauigat  illa  modo?“
und  dazu  die  Randnote  derselben  Hand:  ,Intelligit  bona  Ritfiani  vnacum
vxore  de  domo  Kosarum  illata  in  domum  Lasko.  1  laec  vxor  nupsit  Hieronimo
  Xjasko.“

39*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.