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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Z  e  i  s  s  1)  e  r  g.

dam  in  Basel  auf,  der  ihn  im  hohen  Grade  liebgewann. 1  Von
da  ging  er  nach  Padua.  1526  trat  der  jüngere  Laski  die
Heimfahrt  an;  zur  Zeit,  da  sein  Oheim  starb,  war  er  bereits
Probst  zu  Gnesen  und  L§czyc.  So  lange  dieser  lebte,  hielt
Laski  der  Jüngere  wenigstens  äusserlich  an  der  römischen
Kirche  fest,  wesshalb  wir  es  uns  erlassen  dürfen,  auf  seine
späteren  ebenso  wechselvollen  als  merkwürdigen  Lebensgeschicke
einzugehen.  Er  selbst  schrieb  später,  als  er  sein  Vaterland
auf  lange  Jahre  hinaus  verlassen  musste:  ,Ich  war  ein  rechter
Pharisäer,  mit  Titeln  und  Pfründen  von  meinen  Knabenjahren
her  reichlich  ausstaffirt;  durch  Gottes  Gnade  habe  ich  das
alles  verlassen,  verlassen  mein  Vaterland  und  meine  Freunde,
unter  denen  ich  nicht  leben  konnte  als  ein  Knecht  Christi;
nun  will  ich  in  der  Fremde  meines  armen  für  mich  gekreuzigten ­
  Herren  Christi  armer  Knecht  sein'.
Ein  dritter  Bruder,  Stanislaus,  der  gleich  Hieronymus
diplomatische  Sendungen  übernahm,  wird  in  unserem  Tesatmente
  nicht  erwähnt.  2
Wie  oben  bemerkt  wurde,  war  die  Gemahn  des  Hieronymus ­
  Laski  Anna  Koscielecka,  aus  dem  Hause  Rituani,  Sie
ist  die  in  unserem  Testamente  mehrfach  erwähnte:  ,Rittfienska
uirgo',  Tochter  des  Adam  Ritwiensky  oder  Kurozwansky. 3
Wir  besitzen  noch  einen  Brief  Tomicki’s,  worin  dieser  Lukas
von  Görka,  Castellan  von  Posen  und  Generalstarosten  von
Gross-Polen,  vor  der  Verbindung  seines  Sohnes  mit  einem
jungen  Mädchen,  mit  dem  derselbe  zugleich  eine  reiche  Erbschaft ­
  zu  Rituani  antreten  würde,  und  vor  der  Vermälung
einer  seiner  Töchter  mit  einem  jungen  Laski  warnt.  1  Da,  wie
es  heisst,  bei  beiden  Angelegenheiten  der  Erzbischof,  ,der  nie
ruht,  vielmehr  stets  Himmel  und  Erde  in  Bewegung  setzt',  die

1  Die  Zuschrift  des  Erasmus  an  L.  (1527),  von  der  Bartels  9  spricht,
dürfte  wohl  an  den  jüngeren  gelichtet  sein.
2  Vgl.  Acta  Tomic.  VIII.  310.
3  Eines  Neffen  des  Bischofs  Krzeslaw  von  Wloclawek.  Vgl.  das  Register.
Die  Identität  erhellt  aus  dem  Testam.  21  a.,  wo  L.  und  Czykowski  als
Vormünder  bezeichnet  sind:  vgl.  oben.  Auch  ist  die  ,uirgo  R.‘  1518
(Testam.  34  b.)  noch  nicht  verheiratet,  später  wird  dagegen  nur  mehr  Anna
erwähnt.
4  Acta  Tomic.  IV,  39.  nr.  XLIII.
            
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