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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Zeissberg.

wissen  übrigens  bloss,  dass  der  Papst  Clemens  VII.  Johann
Laski  und  seine  Familie  mit  dem  Banne  belegte  und  eine
Untersuchung  anordnete,  in  Folge  deren  der  Cardinal  von  Ancona, ­
  Petrus,  Bischof  von  Sabina,  den  Primas  nach  Rom  vorlud. ­
  Die  in  den  leidenschaftlichsten  Ausdrücken  abgefasste
Citation  bezeichnet  Laski  als  ,nur  dem  Namen  nach  Erzbischof,
in  Wahrheit  ErzteufeP,  stellt  ihn  auf  eine  Stufe  mit  Datan,
Korym,  Abyron,  Judas,  nennt  seinen  Neffen  einen  zweiten
Herostratus  und  wirft  dem  Primas  vor,  dass  er  aus  dem  Erlös
veräusserter  Kirchengüter  habe  Waffen  anfertigen  lassen,  die
den  Türken  nach  Ungarn  gesendet  worden  seien.  Laski,  tiefgebeugt ­
  durch  den  Vorfall,  dachte  einen  Augenblick  daran,
seine  kirchliche  Würde  niederzulegen. 1  Es  heisst  jedoch,  dass
es  Laski  gelang,  sich  in  einem  Briefe  an  den  König  zu  rechtfertigen,
  indem  er  die  Schuld  auf  seinen  Neffen  schob,  der
ohne  sein  Wissen  gehandelt  habe.  1  In  der  That  vollzog  Laski
am  20.  Februar  1530  zu  Krakau  Sigismund  August’s  Krönung, 2
auch  wohnte  er  im  Laufe  dieses  Jahres  noch  einer  Piotrkower
Synode  bei,  auf  welcher  Drzewicld  als  Bischof  von  Kujavvien
und  Johann  Latalski,  damals  Bischof  von  Posen,  um  das  Vorrecht ­
  der  Krönung  bei  Abwesenheit  des  Primas  stritten.  Laski
entschied  für  Kujawien.  Doch  wurde  der  Streit  erst  nach
Laski’s  Tode  1532  endgültig  zu  Gunsten  dieser  Kirche  ausgetragen. ­
  :i
Laski  starb  in  den  oberen  Zimmern  der  Residenz  zu
Kalisz  am  19. 4  Mai  1531.  Vom  15.  Mai  datirt  sein  letztes
nicht  mehr  eigenhändig  aufgesetztes  Testament. 5  Den  letzten
Dienst  erwiesen  ihm  Johann  Latalski,  Bischof,  und  Lukas
von  Görka,  Castellan  von  Posen  und  Generalstarost,  später
Bischof  von  Kujawien. 11  Ein  in  demselben  Jahre  (5.  Juni)  zu
Krakau  bei  Mathias  Scharffenberg  erschienenes  .epicedium'
Laski’s  hatte  den  ihm  befreundeten  Arzt  Josef  Struthius  von
Posen,  später  in  Diensten  Solimans,  zum  Verfasser. 7
Als  das  Testament  begonnen  wurde  (1495),  iiberliess  Laski
den  Vollstreckern  die  Wahl  seines  Begräbnissplatzes  ,in  der
1  St.  Buzeiiski,  Zywoty  arcybiskupow  Gniezuienskich.  Wilno  1860.  T.  II,  100.
2  Wapowski  1.  c.  230.  3  f,etowski  II,  98.  4  18.  Mai.  Bielski.
6  Testara.  42  a.  c  Jietowski  III,  283.  7  Janociana  I,  262.
            
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