Johannes £raski, Erzbischof von Gnesen.
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Gefahr heraufbeschwor, die in der Belagerung Wiens ihren
Höhepunkt erreichen sollte.
Es unterliegt keinem Zweifel, dass Zapolya’s Sache in
Polen eine populäre war, und dass der König selbst eine gegen
jenen wohlwollende Neutralität bewahrte. Dass es überhaupt
bei dieser sein Bewenden hatte, dass Sigismund nicht vielmehr
offen für seinen Schwager Partei ergriff, war eine Folge der
Gefahren, welche er selbst zu bestehen hatte, und die es ihm
nicht angezeigt erscheinen Hessen, mit dem mächtigsten Fürstenhause
des Jahrhunderts, dem habsburgischen, zu brechen.
Daher finden wir trotz der Klagen, zu welchen ihn der eigenmächtige
Uebertritt des Hieronymus Laski in Zapolya’s Dienst
berechtigte, wenigstens anfangs sein Verhältniss zu diesem
nicht getrübt. 1 Ob Sigismund von den Aufträgen, die den
Palatin nach Constantinopel führten, Kenntniss hatte, ist uns
unbekannt. Aber auch wenn dies der Fall gewesen sein sollte,
lässt sich vermuthen, dass der König die in der Verbindung
Zapolya’s mit der Pforte für sein eigenes Reich beschlossene
Gefahr unterschätzen mochte. Die unerwartete Macht, mit
welcher der Sultan sich erhob, und dessen anfänglicher Erfolg
mussten dann freilich die Sache auch dem polnischen Hofe in
anderem Lichte zeigen und ein warnender Zuruf sein, dass,
was heute dem Nachbarreiche widerfuhr, nächstens dem eigenen
Lande drohen könne. Wir dürfen auch nicht vergessen,
dass die Königin Bona eine Anverwandte des Hauses Habsburg
und durch die bekannte Bari’sche Erbschaftsfrage auf
dessen guten Willen hingewiesen war. So erklären sich die
1530 von Neuem in’s Werk gesetzten Bemühungen Sigismunds
den Frieden zwischen Ferdinand und Zapolya anzubahnen.
Aber auch jenem zahlreichen Adel, der innerlich sich mit dem
Könige mehr zu Zapolya als zu dem deutschen Herrscher hingezogen
fühlte, konnte gleichwohl der Verlauf der ungarischen
Sache willkommen erscheinen, einen Anschlag gegen die Laski
zu versuchen. So dürfte es gekommen sein, dass man, da
Hieronymus Laski, der Urheber der türkischen Allianz, unerreichbar
war, den greisen Erzbischof des Einverständnisses
mit seinem Neffen in dieser Angelegenheit beschuldigte. Wir
1 Encyel. powszechna s. v. Easki unter Berufung auf die Acta Tomic.
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