Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Easki,  Erzbischof  von  Gnosen.

589

zu  machen  suchen.  Wisst,  dass  sie  den  Einen,  den  kurzen,
(Andreas  von  Tanczin)  offen  beschuldigt,  über  den  Andern
(Hieronymus  Laski)  sich  höchlichst  wundert,  dass  er  derartiges
anstrebt.  Denn  dem  Erzbischof  und  seinen  Praktiken  ist  sie
so  abhold,  dass  sie  ihn  öffentlich  einen  Intriguanten  nennt  und
sie  ist  heftig  erzürnt  darüber,  dass  er  sich  das  Patronatsrecht
über  das  Warschauer  Archidiaconat  vom  Könige  erwirkt  und
dass  Euere  Gnaden  die  Urkunde  darüber  ausgestellt  hat,  inden
  sie  bemerkte,  dass,  wenn  sie  zugegen  gewesen  wäre,  sie
ihn  gehindert  haben  würde,  das  Archidiaconat  zu  erlangen;
aber  sie  werde  dafür  sorgen,  dass  er  Zeit  ihres  Lebens  keine
seiner  Praktiken  fernerhin  bei  dem  Könige  durchsetze.' 1
Laski  hatte  allerdings  die  schwache  Seite  seines  Feindes
richtig  herausgefunden,  wenn  er  darauf  ausging  Tomieki  zum
Verzicht  auf  das  Vicekanzleramt  zu  zwingen, 2  das  er  gegen
ausdrückliche  Verfassungsbestimmungeu  als  Bischof  nicht  aufgegeben ­
  hatte.  Wagten  andererseits  die  Gegner  des  Erzbischofs
in  Hinblick  auf  seine  kirchliche  Stellung  nicht  sich  unmittelbar ­
  wider  ihn  zu  wenden,  so  bot  ihnen  doch  sein  Neffe
Hieronymus  willkommene  Angriffspunkte  dar.
Dieser  hervorragende  Staatsmann, 3  Wojewode  von  Sieraaz,
hatte  bereits  1520  und  1523  als  Gesandter  an  den  Kaiser  1  und
an  den  König  Franz  1.  von  Frankreich  sich  hervorgethan.
Nicht  uninteressant  ist  es,  dass  Hieronymus  vor  Antritt  der
zweiten  Reise  zu  Vormündern  seiner  Tochter  Hedwig  Christoph
Szydlowiecki,  Andreas  von  Teczyn,  Wojewoden  von  Sandomir,
Johann  Amor  Tarnowski  und  seinen  Oheim,  den  Erzbischof
bestellte, 5  von  denen  in  Folge  der  schon  erwähnten  Ereignisse
der  zuerst  genannte  später  zu  seinen  persönlichen  Gegnern
zählte.  Im  Jahre  1527  erhielt  er  vom  König  die  Erlaubniss  zu
einer  Pilgerfahrt  nach  Loreto,  von  der  Tomieki  mit  Recht
vermuthete,  dass  sie  religiöse  Zwecke  nur  zum  Vorwand  nehme.
Dagegen  täuschte  er  sich,  wenn  er  meinte,  dass  Hieronymus
1  Acta  Tomic.  IX,  nr.  LI1.  2  Acta  Tomic.  IX,  nr.  XC.
3  Er  wird  auch  Hieroslaus  o.  Jaroslaus  Laski  genannt.  Vgl.  über  ihn:
L.  Hubert,  Hieronim  z  Laska  Laski  wojewoda  Sieradzki  in  Biblioteka
Warszawska  1861.  3.  93  ff.,  eine  Abhandlung,  in  der  zwar  hie  und  da
neues  ungedrucktes  Material  verwerthet  wird,  der  Gegenstand  jedoch  nicht
erschöpft  ist.  4  Tcstam.  39  b.  5  Hubert  a.  a.  O.  98.  .
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.