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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Zeissberg.

Bona,  deren  Einfluss  sich  bereits  damals  fühlbar  machte  und
wirklich  nahm  der  König  die  getroffene  Verfügung  zurück,
wie  aus  einem  Schreiben  Tomicki’s  an  Lukas  von  Görka,
Castellan  von  Posen,  vom  24.  Mai  1527  1  ersichtlich  ist.  ,Der
Herr  Erzbischof  von  Gnesen',  heisst  es  da,  ,war  mir  wohl  schon
früher  nicht  hold  gesinnt,  vermuthlich  deshalb,  weil  ich  mich
seinen  turbulenten  Bemühungen  und  schädlichen  Wünschen
zum  Besten  des  Staates  und  des  Königs  widersetzte.  Jetzt
aber  seit  er  den  letzten  Landtag  (zu  Krakau)  verlassen  hat,
kündet  er  mir  offene  Feindschaft  an.  Denn  er  Hess  die
Aeusserung  fallen,  dass  ich,  so  lange  er  Erzbischof  sei,  keine
königlichen  Briefe  mehr  besiegeln  werde.  Schon  geht  er,  wie
es  heisst,  mit  seinen  Anhängern  zu  Rathe,  wie  er  mich  wohl
herabdrücken  und  mir  die  grössten  Unannehmlichkeiten  bereiten ­
  könne,  weil  ich  nicht  zugab,  dass  die  Starostei  Marienburg ­
  Eurem  Landsmanne  und  Verwandten,  dem  Herrn  Stanislaus ­
  von  Koscielec,  Palatin  von  Posen,  entrissen  werde  und
weil  er  das  Land  Wisna,  für  das  er  eine  grosse  Geldsumme
erhalten  hat,  nicht  neuerdings  durch  List  und  Trug  seinem
Schwager  (genero)  verschaffen  konnte.' 2
So  schuf  sich  der  Erzbischof  mit  jedem  Jahre  neue
Gegner.  Wir  lernen  die  Häupter  der  Gegenpartei  am  besten
aus  den  Unterschriften  jener  der  Königin  Bona  überreichten
Vorstellung  kennen.  An  der  Spitze  derselben  Anden  wir  Tomicki,
  daneben  die  Bischöfe  von  Kujawien,  (Mathias  Drzcwicki)
von  Posen  (Johann  Latalski),  von  Przemysl  (Andreas  Krzycki,
Tomicki’s  Neffen),  von  Ermland  (Moriz  Ferber)  und  von  Cuhn
(Johann),  von  weltlichen  Christoph  und  Nikolaus  Szydlowiecki,
von  denen  jener  Palatin  von  Krakau  und  Reichskanzler,  dieser
Schatzmeister  der  Krone  war,  Nikolaus  Koscielecki,  Palatin
von  Kalisz,  Lucas  von  Görka,  Castellan  von  Posen  und  Capitän
von  Gross-Polen  u.  A.  Besonderes  Gewicht  gab  deren  Allianz
die  Abneigung  der  Königin  Bona  gegen  Laski  und  dessen  Anhang. ­
  ,Ihr  fragt  mich',  heisst  es  in  einem  Briefe  Tomicki’s  an
Christoph  Szydlowiecki  aus  diesen  Tagen,  ,wie  die  Königin
gegen  jene  zwei  Männer  gesinnt  sei,  die  das  schwarze  weiss

1  Das  Datum  ergibt  sich  aus  den  Worten:  ,Heri  domini  oratores  regii
iuerunt  in  Olomuniec/A  Liske.
2  Acta  Tomic.  IX,  nr.  LXXV1I.
            
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