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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Zimmermann.

Vollendung-  (nne  teile  perfection  scientifique)  jemals  für  erreichbar ­
  gelten  dürfte.  Sei  die  Einheit  der  Wissenschaft  d.  i.
die  Deduction  aller  Erscheinungen  aus  einem  einzigen  Gesetz ­
  auch  noch  ,so  ersehnt*  (si  desiree)  und  die  Annahme  der
Newton’schen  Gravitation  als  eines  solchen  jener  auch  noch
so  günstig,  wir  sind  noch  zu  fern  (trop  loin)  von  derselben,
als  dass  dergleichen  Versuche  schon  jetzt  ,am  richtigen  Ort*
(raisonn  ables)  wären.
Vorläufig  bedeutet  positive  Philosophie  die  Betrachtung
sämmtlicher  der  Beobachtung  zugänglicher  Erscheinungen  als
unter  unveränderlichen  Naturgesetzen  stehend,  keineswegs  aber
die  Ableitung  aller,  wie  verschieden  sie  sonst  seien,  aus  einem
einzigen  Naturgesetz.  Das  Streben  nach  Einheit  in  der  Gesetzgebung ­
  der  Natur  geht  auf  durchgängige  Gesetzlichkeit  im
Reich  der  Erscheinungswelt,  noch  nicht  auf  die  Herrschaft
eines  einzigen  Gesetzes.  Die  ,Homogeneität*  aller  sich  der  Beobachtung ­
  darbietenden  Erscheinungen  in  einer  schliesst  deren
,Heterogeneität*  in  anderen  Beziehungen  nicht  aus.  Es  ist  nicht
Comte’s  Absicht,  darzuthun,  dass  alle  natürlichen  Phänomene  ,im
Grunde  identisch*  (au  fond  identiques)  und  nur  den  verschiedenen ­
  Umständen  entsprechend  scheinbar  verschieden  seien.  Die
positive  Philosophie  wäre  zwar  ,ohne  Zweifel*  vollkommener,
wenn  es  so  wäre.  Erforderlich  aber  ist  eine  solche  Bedingung
zu  ihrem  systematischen  Ausbaue  keineswegs,  ebensowenig
wie  zur  Erfüllung  der  ,grossen  und  günstigen  Folgen*  (grandes
et  heureuses  consequences),  welche  die  positive  Philosophie
von  sich  verheisst.  Es  gibt  nur  eine  Einheit,  welche  dazu  unentbehrlich ­
  ist,  das  ist  die  Einheit  der  Methode;  diese  ,kann  und
soll*  (peut  et  doit)  existiren  und  sie  existirt  bereits  in  dem
grösseren  Theile  (en  majeure  partie)  der  Wissenschaften.  Was
die  Lehre'  (doctrine)  selbst  betrifft,  so  ist  nicht  nöthig,  dass  sie
eine  (une)  sei;  es  genügt,  wenn  sie  gleichartig*  (homogene)
ist.  Einheit  der  Methode  und  Gleichartigkeit  der  Lehre  ist  der
zweifache  Gesichtspunkt,  unter  welchem  der  cours  de  philosopliie
  positive  die  verschiedenen  Gebiete  positiver  Theorien
in’s  Auge  fasst.  Immer  bestrebt,  die  Zahl  der  zur  Erklärung
der  Natur  unentbehrlichen  allgemeinen  Gesetze  auf  ein  Minimum
zu  beschränken,  was  in  der  That  das  philosophische  Ziel  der
(Natur-)  Wissenschaft  (science)  ausmacht,  halten  wir  die
            
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