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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Laski,  Erzbischof  von  Hnesen.

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Edelleuten  in  Besitz  genommen  wurden.* 1  Wenn  sodann  Tomicki
hinzusetzt,  dass  er  Rambiewski,  Laski’s  Neffen,  nicht  geschadet,
ihn  vielmehr  gefördert  habe,  so  macht  diese  Aeusserung  den
Eindruck  der  Wahrheit,  da  ein  Brief  Ivrzycki’s  an  seinen
Oheim  Tomicki  vorliegt,  in  welchem  diesem  Rambiewski  für  das
Archidiaconat  Krakau  als  eine  versöhnliche  Person  empfohlen
wird,  die  jedenfalls  besser  sei  als  eine,  die  von  Rom  daher  geflogen ­
  komme. 2  ,Ich  habe*,  schliesst  der  Brief,  ,Euerer  Tlochwürden
  auch  über  meine  Beförderung  zum  Bisthum  Krakau
geschrieben;  da  indess  mein  Brief  nicht  Glauben  zu  finden
scheint,  schicke  ich  Euch  das  päpstliche  Schreiben,  auf  dass
Ihr  wenigstens  diesem  Glauben  beimesset.  Wenn  aber  Eure
Hochwürden  bemerkt,  dass  meine  Beförderung  geheim  gehalten
worden,  so  habe  ich  nur  zu  erwidern,  dass  ich  mich  meines
Glückes  nicht  zu  rühmen  pflege  und  ich  fand  es  nicht  gerathen,
mit  Euch  eine  Sache  zu  besprechen,  die  man  nur  zuverlässigen ­
  und  aufrichtigen  Freunden  mitzutheilen  pflegt,  zu  denen
Ihr  meines  Wissens  nicht  gehört.* 3
Laski  wohnte  zu  Anfang  des  .Jahres  1525  4  dem  Generalconvent ­
  zu  Piotrkow  bei. 5  Doch  trat  nun  auch  für  Laski  die
Luther’sche  Frage  neuerdings  in  den  Vordergrund.  War  auch
die  neue  Lehre  in  Polen  zunächst  durch  die  erwähnten  königlichen ­
  und  kirchlichen  Verfügungen  zurückgedrängt,  so  tauchte
sie  nur  um  so  entschiedener  in  dem  preussischen  Reichsgebiete
auf.  Der  Mittelpunkt,  von  dem  aus  sich  hier  die  Reformation
verbreitete,  war  Danzig,  das  unter  der  geistlichen  Jurisdiction  des
Bischofes  von  Kujawien,  Mathias  Drzewicki  stand.  Diesen  und
den  Kulmer  Bischof  begleitete  in  der  Fastenzeit  des  Jahres  1524
Laski  nach  Danzig, fi  um  ihn  in  der  Unterdrückung  der  Neuerung
zu  unterstützen.  Als  nun  Drzewicki  einen  lutherischen  Prediger
verhaften  liess,  brach  ein  Aufruhr  aus,  der  die  Bischöfe

1  S.  oben  S.  570.  2  Acta  Tomie.  VI,  337.  nr.  CCCII.
3  Ebenda  VII,  23.
4  Am  8.  Dec.  1524  befand  sich  Easki  noch  in  .seinem  Schlosse  Unieyow*.
Theiner  II,  425.  nr.  443.
5  Easki  Zeuge  in  der  Urk.  Sigismunds  vom  18.  Jan.  1525  (Dogiel  1.  c..  I,
579  nr.  XI),  in  welcher  das  im  vorigen  Jahre  mit  den  Herzogen  von
Pommern  geschlossene  Bündniss  ratificirt  wird.  c  Acta  Tomic.  VII,  1.
            
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