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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  -Laslci,  Erzbischof  von  Gnesen.

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der  Erzbischof  den  neuernannten  Przemysler  Bischof  Andreas
Krzycki  auf,  in  der  Angelegenheit  eine  Schrift  zu  verfassen,
und  gab  diesem  so  den  Impuls  zu  einem  noch  im  Laufe  des
Jahres  1523  im  Druck  erschienenen  Büchlein,  das,  dem  König
zngeeignet,  unter  dem  Titel:  Encomia  Lutheri  die  gröbsten
Ausfälle  wider  diesen  enthielt. 1  Als  Ergebniss  dieser  Berathungen ­
  ist  das  königliche  Edict  vom  22.  August  1523  anzusehen ­
  ,  welches  den  Bischof  von  Krakau  zu  Haussuchungen
nach  verbotenen  Büchern  ermächtigte 2  und  als  eine  weitere
Folge  die  Synode  zu  Leczyc,  welche  Laski  am  7.  October
desselben  Jahres  eröffnete,  deren  Beschlüsse  gegen  das  Lutherthum ­
  wohl  nur  desshalb  milder  lauten,  als  das  vorausgegangene
königliche  Edict,  weil  über  Leben  und  Tod  der  Unterthanen
eben  nur  der  König  zu  entscheiden  hatte. 3  Auf  der  Synode
wurde  auch  über  die  häutige  Citation  geistlicher  Personen  vor
das  weltliche  Gericht  Beschwerde  geführt  und  für  die  Zukunft
Uebergriffe  dieser  Art  mit  Excommunication  und  Interdict  bedroht; ­
  zugleich  wurden  bereits  jetzt  die  Richter  des  Landes  Rawa
von  Laski  aufgefordert,  von  der  Vorladung  der  Aebte  von
Sulejöw  und  Block  abzustehen.  4
Zu  Anfang  des  Jahres  1524  wurde  Laski  unter  Uebermittelung
  eines  Reisegeldes  von  300  Gulden  vom  Könige  beauftragt, ­
  sich  zugleich  mit  anderen  Commissären  zu  einem
Tage  nach  Danzig  (28.  Febr.)  zu  begeben, 5  wo  am  9.  März
ein  Bündniss  mit  den  Herzogen  von  Meklenburg  Heinrich
und  von  Pomern  Georg  und  Barnim  zu  Stande  kam,  das  gegen
den  deutschen  Orden  gerichtet  war. (i
Die  zu  Beginn  desselben  Jahres  erfolgte  Erhebung
Tomicki’s  zum  Bischöfe  von  Krakau  führte  zu  einem  hitzigen
Briefwechsel  zwischen  ihm  und  Laski.  ,Der  Herr  Palatin  von
Sieradz,  Euer  Neffe' 7  heisst  es  in  einem  dieser  Schreiben
Tomicki’s,  ,hat  mir  von  Euch  Briefe  übergeben,  worin  Euere

1  Friese,  a.  a.  0.  39.
2  Bei  Friese  a.  a.  O.  40,  correcter  bei  Zakrzewski  a.  a.  0.  230.  Es  ist
leicbt  zu  ersehen,  dass  die  hier  ungeordnete  Berathung  ,in  praetorio  ciuitatis
 1  mit  der  in  Act.  Tomic.  VI,  292  erwähnten  identisch  ist.
3  Damit  scheint  sich  Zakrzewki’s  a.  a.  0.  29  ausgesprochene  Bemerkung
zu  erledigen.  4  Wezyk  1.  c.  115.  5  Acta  Tomic.  VII,  8.  nr.  VII.
6  Ebenda  8.  nr.  VIII.  9.  nr.  IX.  12.  nr.  X.  7  Hieronymus  -Laski.
            
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