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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Laski,  Erzbischof  von  Gneseu.

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Woche  unmittelbar  vor  dem  auf  den  Agnethentag  (21.  Januar
1523)  anberaumten  Generallandtage  zu  Piotrkow  daselbst  versammeln ­
  sollte,  da  sich  ja  ohnedies  die  im  früheren  Kriege
beschädigten  Clericer  und  die  auf  den  Convent  citirten  Aebte
einfinden  würden. 1  Indess  zwang  die  damals  um  Piotrkow
wüthende  Pest  den  König,  den  Generalconvent  nach  Krakau
einzuberufen,  wovon  Laski  und  die  umwohnenden  Landboten
zu  Kalisz  verständigt  wurden. 2  Laski  nahm  an  den  Verhandlungen ­
  des  Generalconvents  zu  Krakau  Theil. 3  Oh  dagegen
zuvor  eine  Synode  stattfand,  lässt  sich  nicht  ersehen.
Es  brach  der  Monat  Juli  an,  ohne  dass  die  Ploeker
Frage  endgiltig  entschieden  war.  Wie  es  scheint  liess  die  Curie
den  brandenburgischen  Candidaten  als  doch  für  Polen  zu  gehässig ­
  fallen,  wogegen  das  Bistlium  dem  Cardinal-Protector
von  Polen  Achilles  de  Grassis  Vorbehalten  bleiben  sollte.  Doch
war  es  wohl  auch  damit  schwerlich  Ernst,  sondern,  wo  nicht
alles  trügt,  nur  auf  ein  gutes  Geldgeschäft,  wie  man  es  in
Rom  eben  nicht  verschmähte,  abgesehen.  Tomicki  begann  bereits ­
  gegen  ,die  Hydra'  (Laski)  Verdacht  zu  schöpfen 4  und  er
hatte  diesmal  guten  Grund  dazu;  denn  Laski  suchte  zu  Krakau
den  König  dafür  zu  gewinnen,  dass  sein  gleichnamiger  berühmter ­
  Neffe  Plocker  Coadjutor  werde.  Doch  ging  der  König
auf  die  Intrigue  nicht  ein,  vielmehr  kam  es  zu  einem  Wortwechsel ­
  zwischen  dem  Erzbischöfe  und  dem  Krakauer  Palatin,
der  ihm  vorwarf,  dass  er  bereits  vieles  zu  seinem  (des  Palatins)
und  des  Reiches  Nachtheil  durchgesetzt,  worauf  Laski  erwidert
haben  soll,  er  habe  bloss  Tomicki  entgegengewirkt.  So  erreichte ­
  Laski  vom  Könige  bloss  ein  Schreiben  an  den  Papst,
des  Inhaltes,  dass  die  Probstei  Leczyc  bei  nächster  Vacanz
dem  Neffen  Laski’s  verliehen  werden  möge. 5
Laski  reiste  noch  vor  dem  4.  Juli  von  Krakau  ab. 6  ,Vor
seiner  Abreise'  sagt  Krzycki  ,  speiste  er  bei  dem  Herrn  Bischöfe

1  Acta  Tomic.  VI,  202.  nr.  CLXXX.  203.  nr.  CLXXXII.
2  Ebenda  VI,  205  nr.  CLXXXVI.
3  Ebenda  VI,  260.  (Urk.  vom  9.  März).  Wuttke,  Städtebuch  90.  nr.  LXXXV.
(31.  März).  1  Ebenda  VI,  291.  nr.  CCLIII.  295.  nr.  CCLVIII.
5  Acta  Tomic.  VI,  292.  nr.  CCLIII.
6  Acta  Tomic.  VI,  292  nr.  CCLIII.  Am  17.  Aug.  befindet  sich  Laski  zu
Skwirniewice,  wo  er  sein  Testament  erneuert.  Vgl.  Testam,  37a.
            
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