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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Laski,  Erzbischof  von  Gnesen.

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von  1000  Gulden  verpflichtet,  den  Notar  zu  stellen,  habe  aber
sodann  längere  Zeit  in  Polen  verweilen  müssen,  um  verschiedene ­
  Schulden  einzutreiben,  für  die  er  sich  in  Rom  verbürgt ­
  hatte,  und  endlich  um  seine  Ehre  zu  lösen,  jenen  Notar
zu  Thorn  dem  König  und  auf  einer  Synode  zu  Piotrkow  dem
Erzbischöfe  und  den  Bischöfen  vorgeführt,  wo  derselbe  die
Echtheit  des  Schriftstückes  bezeugte  und  die  Absicht  äusserte,
binnen  kurzem  mit  Rambiewski  zur  Ablegung  derselben  Zeugenschaft ­
  nach  Rom  zu  reisen.  Inzwischen  habe  jedoch  Ciolek
jenes  Pönal  von  einem  gewissen  Czurilo  zu  Rambiewski’s  Nachtheil ­
  erworben  und  diesen  selbst  mit  kirchlichen  Censuren  belegen ­
  lassen.  ,Viele  Männer 4  schreibt  Laski,  ,mein  Fürst,  geistlichen ­
  und  weltlichen  Standes  und  von  hohem  Range  sind  excommunicirt
  worden  und  dennoch  hält  man  sie  nicht  für  schlecht.
Denn  auch  Kaisern  und  Königen  ist  ähnliches  begegnet,  ohne
dass  sie  deshalb  an  ihrer  Ehre  eingebüsst;  gleiches  ist  Ciolek
selbst  widerfahren  und  er  war  lange  Zeit  unter  Excommunication,
ohne  deshalb  zu  dulden,  dass  man  ihn  schmähe,  da  ja  ein
solcher  Fall  nicht  die  guten  Eigenschaften  der  Menschen  zu
mindern  pflegt. 4
Ebenso  falsch  sei  die  Behauptung,  Rambiewski  sei  auf
Cioleks  Verwendung  absolvirt  worden.  Denn  nach  dem  Briefe
des  römischen  Kaufmanns  Ludouico,  in  welchem  das  breue
absolucionis  enthalten  war,  wurde  flies  vielmehr  durch  den
Widerstand  verzögert,  den  Ciolek  entgegensetzte.
Ciolek  freilich  wasche  sich,  wie  Pilatus,  die  Hände  in
Unschuld:  er  sage,  in  den  Acten  der  Curie  finde  man  nicht,
dass  auf  sein  Verlangen  ein  Pole  je  eingekerkert  worden  sei.
Allein  Hieronymus,  der  Bote  des  Cardinais  de  Grassis,  habe  der
Königin  auf  die  Frage,  weshalb  sein  Herr  deren  Fürbitten
für  Rambiewski  und  andere  nicht  entsprochen  habe,  erwidert,
dass  der  Cardinal  wegen  des  Widerstandes,  den  ihm  der  Gesandte ­
  (C.)  entgegensetze,  nichts  habe  erreichen  können.
Endlich  schliesse  Ciolek  seine  Schmähschrift  mit  der  Bemerkung, ­
  er  werde,  zurückgekehrt,  den  Beweis  liefern,  dass  er
wie  Christus  von  den  Kirchenfürsten  angeklagt  werde.  Darauf
sei  zu  erwidern:  schon  die  Propheten  sagten,  es  werde  einst
einer  kommen  und  sich  für  Christum  ausgeben,  um  die  Men-
            
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