570
Z e i s s b e r g.
durch längere Zeit im ruhigen Besitze der Canzlerwürde befand
, bis er die Absicht offenbarte, dieselbe dem Martin
Rambiewski, Laski’s Neffen zuzuwenden. Da erhob aber Ciolek
mit einem Male Ansprüche auf das Cancellariat, indem er behauptete,
dass das Nominationsrecbt des Königs für dasselbe
mit Przeczens Tode erloschen sei; um aber nicht direct dem
Könige entgegenzutreten, cedirte Ciolek sein Recht dem Peter
Konarski, dem Neffen des Krakauer Bischofs und äusserte in
seinem Briefe, dass der Erzbischof ,mit den Rutbenen' nichts
gegen ihn vermögen werde, da derselbe ein neues Aergerniss
der Kirche Gottes bereitet habe. 1
Dem gegenüber spricht, Laski die Hoffnung aus, der
König werde den von ihm nominirten zu beschützen wissen.
Auch die Pfarre Znene habe sich Ciolek in Rom erwirkt, obgleich
die frühere Verleihung derselben an die Gnesener
Kirche mit königlicher Zustimmung erfolgt sei. 2 Die Kruszwicer
Prebende habe Loboczki, sein Neffe, ohne sein Wissen nach
Krzyzanowski’s Tode in Rom erlangt, als er aber vernahm,
dass die Präsentation dem Könige zustehe, und diese durch
ihn (L.) nicht erwirken konnte, aufgegeben. Es stehe dahin,
ob Ciolek bezüglich des Gnesener Cancellariats und der Pfarre
Znene ein gleiches thun werde.
Laski wirft seinem Gegner ferner vor, dass er Rudnicki
an den Bischof von Wloclawek und dessen Capitel gesendet
und beide aufgefordert habe, sich ebenfalls der Gnesener Provinz
zu entziehen und die Vereinigung mit der P locker Kirche
unter eine Jurisdiction anzustreben.
Es sei ferner, setzt Laski fort, Verläumdung, wenn Ciolek
schreibe, Rambiewski und Rudnicki hätten sich gegenseitig in
den Kerker gebracht. Allerdings sei auf Verlangen des Eiscalprocurators
Rudnicki von diesem Schicksale öfters betroffen
worden. Rambiewski dagegen habe Ciolek vergeblich in die
gleiche Lage zu bringen gesucht, indem er Rudnicki anstiftete,
ein von jenem vorgebrachtes Instrument als Fälschung zu bezeichnen.
Rambiewski habe darauf sich unter einem Pönal
1 Auch Tomicki spricht (s. u. S. 582) einen ähnlichen Vorwurf wider
Laski aus.
2 Theiner 1. c,