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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Z  e  i  s  s  b  e  r  g.

durch  längere  Zeit  im  ruhigen  Besitze  der  Canzlerwürde  befand ­
  ,  bis  er  die  Absicht  offenbarte,  dieselbe  dem  Martin
Rambiewski,  Laski’s  Neffen  zuzuwenden.  Da  erhob  aber  Ciolek
mit  einem  Male  Ansprüche  auf  das  Cancellariat,  indem  er  behauptete, ­
  dass  das  Nominationsrecbt  des  Königs  für  dasselbe
mit  Przeczens  Tode  erloschen  sei;  um  aber  nicht  direct  dem
Könige  entgegenzutreten,  cedirte  Ciolek  sein  Recht  dem  Peter
Konarski,  dem  Neffen  des  Krakauer  Bischofs  und  äusserte  in
seinem  Briefe,  dass  der  Erzbischof  ,mit  den  Rutbenen'  nichts
gegen  ihn  vermögen  werde,  da  derselbe  ein  neues  Aergerniss
der  Kirche  Gottes  bereitet  habe.  1
Dem  gegenüber  spricht,  Laski  die  Hoffnung  aus,  der
König  werde  den  von  ihm  nominirten  zu  beschützen  wissen.
Auch  die  Pfarre  Znene  habe  sich  Ciolek  in  Rom  erwirkt,  obgleich ­
  die  frühere  Verleihung  derselben  an  die  Gnesener
Kirche  mit  königlicher  Zustimmung  erfolgt  sei. 2  Die  Kruszwicer
Prebende  habe  Loboczki,  sein  Neffe,  ohne  sein  Wissen  nach
Krzyzanowski’s  Tode  in  Rom  erlangt,  als  er  aber  vernahm,
dass  die  Präsentation  dem  Könige  zustehe,  und  diese  durch
ihn  (L.)  nicht  erwirken  konnte,  aufgegeben.  Es  stehe  dahin,
ob  Ciolek  bezüglich  des  Gnesener  Cancellariats  und  der  Pfarre
Znene  ein  gleiches  thun  werde.
Laski  wirft  seinem  Gegner  ferner  vor,  dass  er  Rudnicki
an  den  Bischof  von  Wloclawek  und  dessen  Capitel  gesendet
und  beide  aufgefordert  habe,  sich  ebenfalls  der  Gnesener  Provinz ­
  zu  entziehen  und  die  Vereinigung  mit  der  P  locker  Kirche
unter  eine  Jurisdiction  anzustreben.
Es  sei  ferner,  setzt  Laski  fort,  Verläumdung,  wenn  Ciolek
schreibe,  Rambiewski  und  Rudnicki  hätten  sich  gegenseitig  in
den  Kerker  gebracht.  Allerdings  sei  auf  Verlangen  des  Eiscalprocurators
  Rudnicki  von  diesem  Schicksale  öfters  betroffen
worden.  Rambiewski  dagegen  habe  Ciolek  vergeblich  in  die
gleiche  Lage  zu  bringen  gesucht,  indem  er  Rudnicki  anstiftete,
ein  von  jenem  vorgebrachtes  Instrument  als  Fälschung  zu  bezeichnen. ­
  Rambiewski  habe  darauf  sich  unter  einem  Pönal

1  Auch  Tomicki  spricht  (s.  u.  S.  582)  einen  ähnlichen  Vorwurf  wider
Laski  aus.
2  Theiner  1.  c,
            
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