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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Zeissberg.

und  wenn  nicht  die  unmittelbare  Unterordnung  unter  Rom,  so
doch  die  unter  das  kujawische  Bistlium  an,  welchem  Mathias
Drzewicki  Vorstand.  Der  längere  Aufenthalt  in  Rom,  wo  er
als  königlicher  Gesandter  weilte,  gewährte  Ciolek  die  willkommene ­
  Gelegenheit,'  diesen  Plan  zur  Reife  zu  bringen.  Er
erreichte  die  Exemption  seiner  Kirche,  die  denn  sogleich  in
der  Plocker  Diöcese  promulgirt  wurde.  König  Sigismund  jedoch
war  über  diese  Eigenmächtigkeit  auf  das  äusserste  erzürnt.
Er  untersagte  sofort  dem  Bischöfe  von  Kujawien  das  ihm  zugedachte ­
  Amt  eines  Conservators  der  Plocker  Kirche  zu  übernehmen ­
  und  dem  Capitel  zu  Plock,  sich  dem  Gnesener  Stuhle
zu  entziehen.  Habe  ihr  Bischof  gegen  den  Erzbischof  Klage
zu  führen,  so  möge  er  sie  vor  ihn  bringen;  er  werde  ihm  geziemende ­
  Gerechtigkeit  nicht  versagen.  Zugleich  rief  er  Ciolek,
der  seinen  Auftrag  zu  privaten  Zwecken  ausgebeutet  habe,
von  seinem  Gesandtschaftsposten  ab. 1
In  Folge  dessen  übersandte  Erasmus  Ciolek,  gegen  den
auf  dem  Generalconvent  zu  Piotrkow  (1521/22)  auch  von  vielen
anderen  Seiten  Klagen  sich  erhoben,  an  den  König  einen  bis
jetzt  leider  nicht  an’s  Licht  gezogenen  Brief,  auf  dessen  Inhalt ­
  wir  nur  aus  dem  Schreiben  Laski’s  an  Sigismund  vom
5.  Mai  1522 2  schliessen  können,  das  als  rechtfertigende  Erwiederung ­
  der  von  Ciolek  erhobenen  Anklagen  zu  betrachten  ist.
Sigismund  hatte  nämlich  Cioleks  Brief  dem  Erzbischöfe
mitgetheilt,  Laski  dagegen  dem  Könige  eine  Denkschrift  übersendet, ­
  deren  Inhalt  wir  im  nachfolgenden  kurz  skizziren,  wobei ­
  wir  uns  freilich  den  Parteistandpunkt  des  Verfassers  stets
gegenwärtig  halten  wollen.
Es  falle  ihm,  beginnt  Laski,  nicht  auf,  dass  er,  der  sich
von  Jugend  auf  dem  allgemeinen  Wohl  gewidmet  und  im
Staate  stets  als  unbescholten  bewährt,  von  Menschen  anderer
Denkungsart,  wie  der  Plocker  Bischof  angefochten  werde.  Er
habe  deshalb  dessen  Verleumdungen  bisher  getrost  ertragen,
eingedenk  der  Worte  des  Antisthenes:  es  sei  königlich,  übel
beleumundet  zu  sein,  im  Bewusstsein  nur  Gutes  gethan  zu
haben.  Nun  aber,  da  jener  in  seiner  Frechheit  soweit  gehe,  ihn

1  Acta  Tomic.  VI,  26.  nr.  XXIII.  27.  nr.  XXIV.  64.
2  Zu  Gnesen.
            
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