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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Jjaski,  Erzbischof  von  Gnesen.

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sollte,  so  gab  ich  ihm,  dem  Befehle  unseres  heiligsten  Herrn
Papstes  gehorsamend,  von  dessen  Heiligkeit  er  mir  zweimal
ein  Breve  vorwies,  da  er  zweifach  Legat  war.  einige  Artikel
an,  die  er  selbst  im  Namen  des  Papstes  den  Streitenden  Vorbringen ­
  und  dem  König  sowie  dem  Papste  vorlegen  sollte,
doch  so  als  kämen  sie  von  ihm  selbst,  während  ich  nur  dann
mich  über  dieselben  gegen  den  König  aussprechen  sollte,  wenn
dieser  selbst  auf  Anregung  des  Bruders  Nicolaus  darauf  zu
sprechen  käme;  denn  der  Papst  ist  als  gütiger  Vater  auf  das
Zustandekommen  eines  Zuges  gegen  die  Ungläubigen  bedacht
und  deshalb  wünscht  er  die  Lösung  der  preussischen  Verwickelung-/ ­

Die  abermals  auftauchenden  Bemühungen  Laski’s  um  den
Cardinalat  scheinen  nicht  ausser  Zusammenhang  mit  den  auf
dasselbe  Ziel  gerichteten  Bestrebungen  seines  .Feindes'  1  des
Plocker  Bischofes  Erasmus  Ciolek  zu  stehen,  der  auch  sonst
dem  Erzbischöfe,  seinem  Metropolitan,  überall  entgegenwirkte.
So  bewog  er  den  Papst  (30.  März  1519),  zu  seinen  Gunsten
die  Einverleibung  eines  Krakauer  Canonicates  in  die  Plocker
bischöfliche  Tafel  zu  gestatten,  wobei  er  als  uns  bekanntes
Praejudiz  geltend  machte,  dass  zuvor  in  ähnlicher  Weise  ein
Canonicat  der  Plocker  Kirche  mit  dem  Gnesener  erzbischöflichen ­
  Tische  vereinigt  worden  sei. 2  Ciolek  vergass  dabei
freilich,  dass  der  König,  wie  jetzt,  auch  damals  einer  derartigen ­
  Vereinigung  entgegentrat,  weshalb  der  Papst  die  Sache
(1524)  nochmals  untersuchen  liess. 3
Auch  den  Cardinalat  erreichte  keiner  der  beiden  Gegner.
Laslti  zerfiel  über  die  Sache  mit  dem  Palatin  von  Krakau
Szydlowiecki,  der  dem  zu  Rom  weilenden  Ciolek  brieflich  mitgetheilt
  hatte,  dass  der  Papst  für  Laski’s  Beförderung  sei  und
dass  er  selbst  den  König  dafür  gewinnen  solle. 1  Wahrscheinlich
wirkte  der  Palatin  nun  in  entgegengesetztem  Sinne.  Aber  auch
Ciolek  musste  auf  Sigismunds  Geheiss 5  den  Gedanken  fallen
lassen.  Da  strebte  nun  der  Plocker  Bischof  wenigstens  die
Loslösung  seiner  Kirche  aus  dem  Gnesener  Primatialverbande

1  Testam.  38  b.  2  Tlieiner  1.  c.  II,  398.  nr.  413.
3  Ebenda  II,  417.  nr.  438.  4  Testam.  38  b.
5  Tomic.  V,  47.  nr.  LI,  82.  nr,  LXXXV.
            
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