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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Zeissberg.

Zu  Anfang  des  Jahres  1518  wohnte  Laski  dem  Generallandtage ­
  zu  Krakau 1  und  der  daselbst  unmittelbar  darauf
folgenden  Hochzeit  Sigismund’s  mit  Bona  bei. 2  Er  ging  bei
dieser  Gelegenheit  dem  im  Gefolge  der  Braut  befindlichen
Cardinal  Hippolyt  von  Este  zum  Empfange  entgegen  und  geleitete ­
  ihn  zu  des  Königs  Zelt.  Hierauf  begriisste  er  die
Braut  selbst  mit  einer  Ansprache  (15.  April).  3  Desgleichen
vollzog  er,  unterstützt  von  den  Bischöfen  von  Krakau  und
Posen  (18.  April)  in  der  Domkirche  den  feierlichen  Trauungsact ­
  und  die  Krönung. 4  Bei  dem  Festmahle  nahm  er  an  dem
ersten  Tische  rechts  vom  Könige  den  obersten  Platz  ein. 8
Görski  erzählt,  Laski  habe  damals  jenen  Laurentius  Miszkowski
von  Spitkowice,  der  seinen  Herrn,  Herzog  Johann  von  Zator,
auf  der  Jagd  (1513)  ermordet  haben  sollte,  bei  Orza  (1514)  jedoch ­
  sich  ausgezeichnet  hatte,  der  Königin  als  Haushofmeister
empfohlen,  doch  sei  Barbara  davor  zurückgeschreckt,  als  Sigismund ­
  auf  ihre  Bitte  erwiederte:  Ihr  wisst  nicht,  was  ihr  verlangt ­
  ;  dieser  Mensch  ist  ein  Mörder,  der  seinen  Herrn  um’s
Leben  brachte. (i
Der  Bischof  von  Wilno  hatte  unter  dem  Vorwände,  dass
die  betreffende  Bulle  eine  Beeinträchtigung  seiner  Kirche  involvire,
  für  seine  Diöcese  die  Veröffentlichung  des  Jubiläums
unterlassen,  obgleich  ihm  der  König  auf  dem  Convente  zu
Brzesc 7  in  Gegenwart  Laski’s  und  des  Bischofes  von  Luck
die  Publication  ausdrücklich  aufgetragen  hatte. s  Ohne  Zweifel
hing  dies  damit  zusammen,  dass  man  sich  littlniuischerseits
überhaupt  nur  ungern  unter  den  kirchlichen  Primat  Polens
beugte.  Diesen  zu  betonen,  scheint  der  wesentliche  Zweck  der
Reise  nach  Litthauen  gewesen  zu  sein,  die  Laski  am  27.  Juni  1518
antrat  und  über  die  wir  ihn  selbst  sprechen  lassen  wollen. 11
1  Laski  daselbst  am  i).  (Dogiel  1.  c.  I,  610)  und  20.  März  (Bischoff,  Urkk.
zur  Gesch.  d.  Armen,  in  Lemberg  nr.  XXVI).
2  Acta  Tomie.  IV,  310.  3  Ebenda  305—7.  Wapowski  1.  c.  154.
4  Ebenda  IV,  317.  Wapowski  1.  c.  5  Ebenda  IV,  319.
6  Ebenda  II,  143.
1  Es  kann  nur  der  zu  Ende  des  J.  1515  abgelmltene  gemeint  sein.  Man
ersieht  daraus,  dass  Görski  doeli  nicht  so  ganz  mit  Recht  die  Absicht
einer  Visitationsreise  nacli  Litthauen  als  blossen  Vorwand  bezeichnet,  der
Laski  damals  nach  Brzesc  geführt  habe.  Acta  Tomic.  IV,  8.  Vgl.  oben  S.  35  fl.
8  Acta  Tomic.  IV,  211.  0  Testam.  35  a.  b.
            
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