Kant und die positive Philosophie.
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des Wissens in Geschichtskunde, die sich auf das Gedächtniss,
Poesie, die sich auf die Einbildungskraft, und Philosophie, die
sich auf den Verstand gründen soll, mit Fug aussprechen
könnte. In Wahrheit, bemerkt Comte, ist der Gegenstand aller
unserer Forschungen einer (un); wir theilen ihn aus keinem
anderen Grunde, als ,in der Absicht, dessen Schwierigkeiten zu
sondern, um sie leichter lösen zu können' (dans la vue de
separer les difficultes, pour les mieux resoudre). Von dieser
erreichen, wie er hinzufügt, unsere ,classisch' gewordenen Eintheilungen
nicht selten das Gegentheil; es gibt wichtige Fragen,
deren Beantwortung eine bei der jetzigen Gliederung des gelehrten
Stoffes unmögliche Vereinigung verschiedener besonderer
Gesichtspunkte erheischt. Sein Bemühen geht daher auf
die Herstellung eines ,natürlichen 1 Systems nach Art der neuesten
,philosophischen Arbeiten' der Botaniker und Zoologen (travaux
philosophiques des botanistes et des zoologistes), bei welchem
das Spätere durch das Frühere erklärt und die nachfolgende
Wissenschaft durch die nächst vorangegangene, wie die höhere
von der niederen gleichsam getragen wird. Jene, welche keine
weitere voraussetzt, stellt die Basis, jene, die durch alle übrigen
bedingt wird, das Kapital der wissenschaftlichen Säule dar,
zwischen welchen die übrigen Wissenschaften wie in bestimmter
Reihenfolge aufeinander getliürmte Säulentrommeln ruhen. Da
nach dem Grundsatz des ,positiven' Wissens dessen einziger
Gegenstand ,Erscheinungen‘ sind, so liegt es nahe, die Gliederung
desselben in ,positive' Wissenschaften nach der Verschiedenheit
dieser letzteren von und neben einander zu vollziehen.
Jo nachdem die Phänomene organische oder unorganische,
letztere selbst chemische, physikalische, astronomische oder
,mathematische' sind, scheidet das positive Wissen sich in die
Wissenschaft Vom Organischen einer-, dem Unorganischen
andererseits, letztere wieder in Chemie, Physik, Astronomie
und Mathematik. Die Wissenschaft vom Organischen (Biologie)
umfasst alles Lebendige, Pflanze, Thier und Mensch, letzteren
nicht blos als Einzelnen, sondern als geselliges Ganzes, als
lebendige Menschheit, die als solche ihre besonderen Lebensund
Entwicklungsgesetze besitzt, welche das Object einer
Wissenschaft für sich, der Sociologie, ausmachen.
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