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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Laski,  Erzbischof  von  Gnesen.

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von  denen  das  eine  vom  Kaiser  die  Herausgabe  der  Gefangenen
verlangte,  das  zweite  dem  Hochmeister  des  Ordens  die  Leistung
des  Lehenseides  auftrug.  1  Da  trat  aber  immer  entschiedener
jene  Wendung  der  kaiserlichen,  wie  der  ungarisch-polnischen
Politik  hervor,  die  den  Schwerpunkt  der  Verhandlungen  zuletzt ­
  vom  Concil  in  den  Congress  zu  Wien  (1515)  2  verlegte,
und  Laski’s  Sendung  nach  Rom  im  wesentlichen  abschloss.
Noch  ist  im  Vorübergehen  der  Ermländischen  Sache  zu
gedenken,  welche  mit  der  Ordensfrage  Zusammenhang.  Die  zu
Rom  weilenden  Frauenberger  Domherren  wirkten  der  Bestätigung ­
  des  Piotrkower  Vertrages  lange  mit  Erfolg  entgegen.
Gegen  die  Denkschrift,  welche  Laski  dem  Papste  übergab,
reichten  sie  eine  Gegendenkschrift  ein.  Da  sich  inzwischen
zu  Frauenberg  selbst  mehrere  Domherren  dem  Proteste  anschlossen, ­
  erreichte  dieser  die  capitulare  Mehrheit.  Die  Partei
gewann  an  Stärke,  als  sich  auch  der  Orden  und  in
dessen  Interesse  der  Kaiser  gegen  den  Vertrag  erklärte.  Entscheidend ­
  dagegen  war,  dass  Fabian,  der  Bischof  von  Ermland,
selbst  an-  dem  Vertrage  festhielt.  Die  päpstliche  Bestätigung
erfolgte  endlich. 3
Wie  wir  bereits  früher  sahen,  war  die  Stimmung,  mit
der  man  in  Polen  Laski’s  längeren  Aufenthalt  in  Rom  betrachtete, ­
  für  diesen  nicht  die  günstigste.  In  einem  Briefe  des
Königs  an  Laski  vom  25.  Sept.  1514  heisst  es,  dass  die  jüngste
Synode  zu  Leczyc  Sigismund  im  Namen  des  ganzen  Clerus
gebeten  habe,  vorzusorgen,  dass  der  Erzbischof  nicht  etwas  zu
ihren  Ungunsten  an  der  Curie  erwirke;  denn  sie  hätten  Laski
desslialb  in  Verdacht.  1  Dies  veranlasst  uns  schliesslich,  mit

1  Acta  Tomic.  III,  332.
2  Vgl.  X.  Liske,  Der  Congress  zu  Wien  i.  J.  1515  -  (Forsch,  z.  deutschen
Gesell.  VII,  3.  1807).  (Derselbe,  Congress  Wiederislü  w  roku  1515.  in:
Studia  z  dziejow  wieku  XVI.  Poznan.  1867.
3  Das  von  Eichhorn  a.  a.  O.  angegebene  Datum  der  Bestätigung  (25.  November ­
  1513)  kann  nach  den  dem  Jahre  1514  angehörigen  Briefen  der
Acta  Tomic.  III,  00,  87  ff.  184  nicht  richtig  sein.  Da  inzwischen  dem
erkrankten  Ermländer  Domherrn  Andreas  Kopernik  der  bekannte  Johann
Dantiscus  Flachsbinder  zum  Coadjutor  bestellt  war,  sollte  Laski  auch
dessen  Sache  zu  Rom  betreiben.  Acta  Tomic.  III,  123.
4  Acta  Tomic.  III,  184.  332.

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