Johannes Laski, Erzbischof von Gnesen.
545
von denen das eine vom Kaiser die Herausgabe der Gefangenen
verlangte, das zweite dem Hochmeister des Ordens die Leistung
des Lehenseides auftrug. 1 Da trat aber immer entschiedener
jene Wendung der kaiserlichen, wie der ungarisch-polnischen
Politik hervor, die den Schwerpunkt der Verhandlungen zuletzt
vom Concil in den Congress zu Wien (1515) 2 verlegte,
und Laski’s Sendung nach Rom im wesentlichen abschloss.
Noch ist im Vorübergehen der Ermländischen Sache zu
gedenken, welche mit der Ordensfrage Zusammenhang. Die zu
Rom weilenden Frauenberger Domherren wirkten der Bestätigung
des Piotrkower Vertrages lange mit Erfolg entgegen.
Gegen die Denkschrift, welche Laski dem Papste übergab,
reichten sie eine Gegendenkschrift ein. Da sich inzwischen
zu Frauenberg selbst mehrere Domherren dem Proteste anschlossen,
erreichte dieser die capitulare Mehrheit. Die Partei
gewann an Stärke, als sich auch der Orden und in
dessen Interesse der Kaiser gegen den Vertrag erklärte. Entscheidend
dagegen war, dass Fabian, der Bischof von Ermland,
selbst an- dem Vertrage festhielt. Die päpstliche Bestätigung
erfolgte endlich. 3
Wie wir bereits früher sahen, war die Stimmung, mit
der man in Polen Laski’s längeren Aufenthalt in Rom betrachtete,
für diesen nicht die günstigste. In einem Briefe des
Königs an Laski vom 25. Sept. 1514 heisst es, dass die jüngste
Synode zu Leczyc Sigismund im Namen des ganzen Clerus
gebeten habe, vorzusorgen, dass der Erzbischof nicht etwas zu
ihren Ungunsten an der Curie erwirke; denn sie hätten Laski
desslialb in Verdacht. 1 Dies veranlasst uns schliesslich, mit
1 Acta Tomic. III, 332.
2 Vgl. X. Liske, Der Congress zu Wien i. J. 1515 - (Forsch, z. deutschen
Gesell. VII, 3. 1807). (Derselbe, Congress Wiederislü w roku 1515. in:
Studia z dziejow wieku XVI. Poznan. 1867.
3 Das von Eichhorn a. a. O. angegebene Datum der Bestätigung (25. November
1513) kann nach den dem Jahre 1514 angehörigen Briefen der
Acta Tomic. III, 00, 87 ff. 184 nicht richtig sein. Da inzwischen dem
erkrankten Ermländer Domherrn Andreas Kopernik der bekannte Johann
Dantiscus Flachsbinder zum Coadjutor bestellt war, sollte Laski auch
dessen Sache zu Rom betreiben. Acta Tomic. III, 123.
4 Acta Tomic. III, 184. 332.
35*