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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Z  e  i  s  s  b  e  r  g.

sollte,  inzwischen  nichts  gegen  Preussen  zu  unternehmen,
worauf  taski  die  Gegenforderung  stellte,  dass  man  den  König
zuvor  in  den  Besitz  des  durch  so  viele  Jahre  besessenen  Eides
des  Ordensmeisters  setze.  Zwar  drang  jener  Antrag  der  Bevollmächtigten ­
  des  Kaisers  und  des  Ordens  nicht  durch,  vielmehr ­
  wurde  die  Sache  des  letzteren  auf  den  1.  December
vertagt, 1  allein  immerhin  mochte  sich  Laski  dadurch  bewogen
fühlen,  neue  Instructionen  abzuwarten, 2  die  er  sich  vermuthlich
durch  den  am  11.  Mai 3  nach  Polen  entsendeten  Castellan  von
Sochaczew  Nicolaus  Wolski  erbat,  oder  doch  die  veränderte
Sachlage  zum  Vorwände  nehmen,  um  noch  länger  persönlich
in  Rom  ihm  am  Herzen  liegende  Angelegenheiten  zu  betreiben. ­

Jener  Anschlag  der  Ordenspartei  in  Rom  war  indess  nur
ein  einzelnes  Symptom  der  viel  weiter  reichenden  Absichten
des  Kaisers  und  seiner  Verbündeten,  von  denen  der  Grossfürst ­
  Wasilji  Iuanovic  bereits  losschlug.  1  Da  folgte  der  glänzende ­
  Sieg,  den  Sigismund’s  Feldherr  Constantin  von  Ostrorog
bei  Orsza,  über  den  Russen  erfocht  (8.  Sept.).  Der  Eindruck
dieses  Ereignisses  auf  die  römischen  Verhandlungen  Hess  sich
sofort  wahrnehmen.  Nicht  bloss,  dass  der  Papst  aus  Anlass
der  officiellen  Mittheilung,  die  ihm  Laski  von  dem  errungenen
Siege  über  den  Schismatiker  machte,  eine  Festmesse  und  eine
Freudenfeier  anordnete, 5  auch  die  Ordenssache  nahm  nun  für
Polen  eine  bessere  Wendung.  Auf  den  Betrieb  des  Cardinais
Achilles 6  und  Laski’s 7  wurde  dem  Wunsche  Sigismunds  gemäss ­
  8  neuerdings  die  Entscheidung  auf  den  21.  März  151o
hinausgeschoben  und  der  Zorn  des  Papstes  darüber,  dass  die
Kriegsgefangenen,  die  diesem  der  zurückkehrende  Wolski  als
Geschenk  überbringen  sollte,  unterwegs 9  demselben  abgenommen
wurden,  von  Laski  klug  benützt,  um  zwei  Breve  zu  erwirken,

1  Acta  Tomic.  III,  152.  154.  155.  2  Ebenda  III,  332.
3  Ebenda  III,  332.
4  Vgl.  J.  Fiedler,  Die  Allianz  zwischen  Kaiser  Maximilian  I.  und  Vasilji
Iuanovic,  Grossfürsten  von  Russland  v.  J.  1514  (Sitzungsber.  d.  Wiener
Akad.  XLIII.  1863).  A.  Hirschberg,  0  zyciu  i  pismach  J.  L.  Decyusza  103  ft.
5  Acta  Tomic.  III,  7,  245.  323.  325.  Wapovius  1.  c.  123.
8  Acta  Tomic.  III,  319.  7  Ebenda  325.  8  Ebenda  224.
9  Zu  Hall  bei  Innsbruck  wurde  Wolski  angehalten.  Decius  322.
            
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