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Z e i s s b e r g.
sollte, inzwischen nichts gegen Preussen zu unternehmen,
worauf taski die Gegenforderung stellte, dass man den König
zuvor in den Besitz des durch so viele Jahre besessenen Eides
des Ordensmeisters setze. Zwar drang jener Antrag der Bevollmächtigten
des Kaisers und des Ordens nicht durch, vielmehr
wurde die Sache des letzteren auf den 1. December
vertagt, 1 allein immerhin mochte sich Laski dadurch bewogen
fühlen, neue Instructionen abzuwarten, 2 die er sich vermuthlich
durch den am 11. Mai 3 nach Polen entsendeten Castellan von
Sochaczew Nicolaus Wolski erbat, oder doch die veränderte
Sachlage zum Vorwände nehmen, um noch länger persönlich
in Rom ihm am Herzen liegende Angelegenheiten zu betreiben.
Jener Anschlag der Ordenspartei in Rom war indess nur
ein einzelnes Symptom der viel weiter reichenden Absichten
des Kaisers und seiner Verbündeten, von denen der Grossfürst
Wasilji Iuanovic bereits losschlug. 1 Da folgte der glänzende
Sieg, den Sigismund’s Feldherr Constantin von Ostrorog
bei Orsza, über den Russen erfocht (8. Sept.). Der Eindruck
dieses Ereignisses auf die römischen Verhandlungen Hess sich
sofort wahrnehmen. Nicht bloss, dass der Papst aus Anlass
der officiellen Mittheilung, die ihm Laski von dem errungenen
Siege über den Schismatiker machte, eine Festmesse und eine
Freudenfeier anordnete, 5 auch die Ordenssache nahm nun für
Polen eine bessere Wendung. Auf den Betrieb des Cardinais
Achilles 6 und Laski’s 7 wurde dem Wunsche Sigismunds gemäss
8 neuerdings die Entscheidung auf den 21. März 151o
hinausgeschoben und der Zorn des Papstes darüber, dass die
Kriegsgefangenen, die diesem der zurückkehrende Wolski als
Geschenk überbringen sollte, unterwegs 9 demselben abgenommen
wurden, von Laski klug benützt, um zwei Breve zu erwirken,
1 Acta Tomic. III, 152. 154. 155. 2 Ebenda III, 332.
3 Ebenda III, 332.
4 Vgl. J. Fiedler, Die Allianz zwischen Kaiser Maximilian I. und Vasilji
Iuanovic, Grossfürsten von Russland v. J. 1514 (Sitzungsber. d. Wiener
Akad. XLIII. 1863). A. Hirschberg, 0 zyciu i pismach J. L. Decyusza 103 ft.
5 Acta Tomic. III, 7, 245. 323. 325. Wapovius 1. c. 123.
8 Acta Tomic. III, 319. 7 Ebenda 325. 8 Ebenda 224.
9 Zu Hall bei Innsbruck wurde Wolski angehalten. Decius 322.