Johannes Laski, Erzbischof von Gnesen.
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pflichtungen gemeint — zu entziehen. 1 Wir werden kaum
irre gehen, wenn wir unter jene vernünftigen Gründe' auch
das Misstrauen rechnen, mit welchem wohl bereits damals der
polnische Clerus die Thätigkeit Easki’s in Rom beobachtete
und das kurz darnach die Synode zu Eeczyc offen äusserte.
Nicht minder vernünftige Gründe' hatte der König, den Erzbischof
von Rom abzuberufen. 2 Fast ein Jahr war seit Laski’s
Ankunft in Rom verflossen, und noch immer hatte er in allen
wesentlichen Punkten nichts erreicht. Die Ordenssache stand
schlimmer als zuvor, der Peterspfennig war noch immer nicht
erwirkt, die Ermländisehe Frage noch immer offen. Daher
richtete Sigismund an den Papst die Bitte (23. April), Easki
zu entlassen, nicht ohne die bittere Bemerkung, dass, da dieser
den ersten Platz in seinem königlichen Rathe einnehme, er
sich wenigstens daheim seines Rathes bedienen wolle, nachdem
ihm von anderer Seite keine Theilnahme geschenkt worden
sei. 3 Easki instruirte er, derselbe solle noch einen letzten Versuch
machen, für das Reich an der Curie einen Vortheil zu
erzielen; in der preussischen Sache dagegen empfahl der König
Vorsicht. Es genüge, wenn dieselbe unentschieden bleibe. 1
Wir wissen nicht, was Easki bestimmte, trotzdem in Rom
zu bleiben. Doch lässt sich vermuthen, dass sein längeres Verweilen
mit einem Zwischenfalle zusammenhieng, der sich zutrug,
bevor noch die Abberufung ihn erreicht haben konnte.—
In der Sitzung vom 5. April 1514 legte Easki dem Concil
eine Denkschrift vor, welche sich über die verschiedenen
Stämme der Russen und deren Häresien verbreitete. 5 Am
5. Mai traten sodann die Gesandten des Kaisers und des
Ordens, wie jene der mit dem Kaiser verbündeten Mächte,
Spanien, England und Dänemark mit der Forderung auf, dass
Sigismund selbst vor das Concil citirt und verhalten werden
1 Ebenda III, 5G. 2 Ebenda III, 29.
3 Acta Tomic. III, 78. Dasselbe an die Cardinäle 79. 80.
■' Ebenda 81. nr. XCVI.
5 De liutbenorum nationibus eorumque erroribus scriptum Johannis de
Lasco arcliiepiscopi Gnesnensis in eoncilio Lateranensi a. 1514 produetum.
Abgedruckt nach Albertrandi’s Copie aus einem Ms. der
Bibliotheca Vallicell. Eomae c. 20. pag. 53 in A. J. Turgeneuii, Historica
Eussiae monuinenta. T. I. Petersburg 1841. p. 123.
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. LXXV1I. Bd. III. Hft. 35