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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Lasld,  Erzbischof  von  Gfnesen.

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Grenzfestung  Kamieniec, 1  dem  Wunsche  der  Barone  Litthauens
gemäss  eine  Kreuzbulle  gegen  den  Moskowiter  für  Dänemark,
Schweden,  Schottland,  Norwegen  und  Livland'-  und  die  päpstliche ­
  Bestätigung  gewisser  Artikel,  die  der  König-  aus  Anlass
der  Wahl  des  Bischofes  Fabian  von  Ermland  mit  diesem  und
dessen  Capitol  zu  Piotrkow  (7.  Dez.  1512)  bezüglich  der
künftigen  Bischofs  wählen  vereinbart  hatte, 3  erwirken. 1  Hiezu
kamen  endlich  Aufträge  von  geringerem  Belange  und  des
Erzbischofes  persönliche  Angelegenheiten.  Aber  im  Vordergründe ­
  stand  auch  hier  der  Streit  mit  dem  Orden,  der  zur
Curie  seine  Zuflucht  genommen  hatte.
Die  Aufträge  waren  ebenso  wichtig,  als  ihre  befriedigende
Erledigung  schwierig,  zumal  der  durch  Sigismund’s  Vermählung
mit  Barbara  Zapolya  in  seinen  Plänen  auf  Ungarn  gefährdete
Kaiser  nunmehr  gegen  Polen  entschieden  feindlich  auftrat  und
sich  des  Ordens  mit  Nachdruck  annahm.  Laski  hatte  die  bestimmte ­
  Weisung,  in  der  Ordenssache  gemeinsam  mit  den  in
Rom  weilenden  ungarischen  Gesandten  vorzugehen,  namentlich
mit  Thomas  Bakäcs,  dem  sog.  Cardinal  von  Gran,und  mit
dem  Protector  Polens  Achilles  de  Grassis,  dem  sog.  Cardinal
von  Bologna,  stets  in  Coutact  zu  bleiben.  Auch  der  Cardinal
von  S.  Croce  förderte  die  Sache  Laski’s. (i  Zur  schriftlichen
Widerlegung  der  vom  Orden  erhobenen  Beschwerden  lieh
dem  Erzbischof  der  damals  in  Korn  weilende  Bernhard
Wapowski  seine  gewandte  Feder.  7
Allein  trotz  dieser  mehrfachen  Förderung  nahm  der  Streit
mit  dem  Orden  anfangs  keinen  für  Polen  günstigen  Verlauf.
Wohl  heisst  es,  dass  es  Laski  gleich  anfangs  gelungen  sei,  den
Papst,  der  den  König  und  den  Orden  aufgefordert  hatte,  ihre
Sache  dem  Concil  vorzulegen,  bis  zu  dessen  endlicher  Entscheidung ­
  aber  sich  aller  Gewalttluiten  zu  enthalten, s  dahin
umzustimmen,  dass  er  dem  Hochmeister  auftrug,  seinen  Ver-1
  Ebenda  II,  195.  2  Ebenda  II,  176.  3  Theiner  1.  c.  II,  837  ff.
■■  Acta  Toraic.  II,  136.  194.  229.  230.  Vgl.  Eichhorn,  Geschichte  der  erraländischen
  Bischofswahlen  in  Zeitsehr.  f.  Geschichte  u.  Alterthumskunde
Ermlands.  1.  Bd.  Mainz  1860.  S.  269  ff.
5  Ebenda  II,  200.  230.  0  Ebenda  III,  79.
7  Wapowius  1.  c.  113,  dessen  Darstellung  indess  hier  nicht  unbefangen  ist.
8  Voigt,  Gesell.  Preussens  IX,  450.
            
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