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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Easki.  Erzbischof  von  Gnesen.  537
erbieten  schwerlich  ernst  gemeint,  und  die  Versammlung  ging
auch  diesmal  unverrichteter  Sache  auseinander.
Am  6.  Februar  1512  kam  des  Königs  Braut  Barbara,
Tochter  des  Wojewoden  von  Siebenbürgen  Stefan  Zapolya,
geleitet  von  ihrer  Mutter  Hedwig,  ihrem  Bruder  Johann  und
ihrem  Oheim  Herzog  Kasimir  von  Teschen,  mit  glänzendem
Gefolge  in  Krakau  an.  Vor  der  Stadt,  bei  dem  Dorfe  Lobsow,
wo  sie  Sigismund  erwartete,  wurde  sie  mit  einer  Anrede  in
polnischer  Sprache  1  von  Laski  begriisst,  der  sie  am  8.  Februar
in  der  Domkirche  auf  dem  Wawel  krönte.  2
Wir  begegnen  sodann  Laski  im  Laufe  dieses  Jahres
wieder  auf  verschiedenen  öffentlichen  Versammlungen:  auf
dem  auf  den  Dorotheentag  (6.  Febr.)  nach  Krakau  einberufenen
 3  Generalconvente,  1  auf  jenem  zu  Kolo  (Sonntag
Misericordia)  5  vermuthlich  e  auch  auf  dem  diesen  vorbereitenden ­
  Particular-Convente  zu  Sieradz  (28.  März), 7  sowie  auf
der  Synode  zu  Leczyc  (10.  Aug.), 8  auf  der  die  Contribution
des  Clerus  zur  Sprache  kommen  sollte.
Auf  jenem  Generallandtag-e  zu  Krakau  hatte  sich  auch
der  Bischof  von  Pomezanien  eingefunden.  Doch  wurde  hier
zur  Fortführung  der  zu  Thorn  aufgenommenen  Verhandlungen
ein  weiterer  Tag  auf  Johannis  (24.  Juni)  angesetzt,  später  indess
  die  Sache  auf  den  Generallandtag  verschoben,  der  zu
Martini  (11.  Nov.  1512)  zu  Piotrkow  eröffnet  werden  sollte.
Hier  erschien  des  Hochmeisters  Bruder,  Markgraf  Kasimir
von  Brandenburg,  auf  dessen  Vorschlag  zur  Anbahnung  wechselseitiger ­
  Verständigung  ein  Ausschuss  aus  den  königlichen
1  Decius  1.  c.  314.
2  Acta  Tomic.  II,  2,  17.  Decius  1.  c.  L.  als  Zeuge  in  der  Mitgiftverschrei-.
  bung  vom  16.  Febr.  bei  Dogiel,  c.  d.  P.  I.  119  nr.  45.
3  Acta  Tomic.  II,  3,  17.  Vielleicht  gehört  hieher  die  ohne  Tagesangabe
von  Detowski  Katalog  II,  b.  238  erwähnte  Urkunde,  in  welcher  L.  als
Comprommissar  einen  Streit  des  Königs  mit  dem  Bischof  von  Krakau,  betreffend ­
  das  Patronat  des  Arehidiaconats  Lubelski  entscheidet.
1  Acta  Tomic.  II,  70.  Vgl.  Voigt,  Gesell.  Preuss.  IX,  424.
5  Acta  Tomic.  II,  41,  09,  82.
6  Denn  dieser  Convent  wird  im  Testam.  20:  ,conuencione  hac  pro  quadragesima
  proxime  futura  vbicunque  celebrabitur*  gemeint  sein.
7  Acta  Tomic.  II,  41.
8  Acta  Tomic.  II,  108.  Einladung  dazu  II,  116.

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