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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Johannes  Laski,  Erzbischof  von  Gnesen.

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deutungen  auf  die  Spur  der  Personen,  welche  damals  dem
Plane  entgegenwirkten.
Zur  Zeit,  da  Laski  und  sein  Erzbischof  in  Rom  durch
den  königlichen  Secretär  Dr.  Nicolaus  Czepel  1  ihre  Absicht
zu  erreichen  suchten,  befand  sich  in  des  Königs  Aufträge  ein
Mann  daselbst,  der  sich  durch  Talent  und  Glück  aus  niederem
Stande  rasch  zu  einflussreicher  Stellung  emporgeschwungen
hatte.  Es  war  dies  der  Plocker  Bischof  Erasmus  Ciolek
oder  wie  er  sich  lateinisch  nannte  Erasmus  Vitellius.  Zu
Krakau  aus  unedler  Familie  entsprossen, 2  angeblich  eines
Musikanten  Sohn, 3  gewann  er  selbst  als  Knabe  durch  Gesang
und  Saitenspiel  die  Gunst  des  musikliebenden 4  Alexanders,
damals  Grossfürsten  von  Litthauen,  der  sich  desselben  annahm
und  ihn  zu  weiterer  Ausbildung  nach  Krakau  und  Bologna
sandte.  Zu  seinen  Gunsten  umging  Alexander,  da  er  König
wurde,  eine  aus  Johann  Albrechts  Zeit  (1496)  stammende  Verfügung, ­
  5  wonach  im  Allgemeinen  nur  Adelige  von  beiden
Eltern  zu  höheren  geistlichen  Würden  gelangen  sollten,  dadurch, ­
  dass  er  ihn  in  die  Familie  Sulima  aufnahm  und  aus
seiner  Kanzlei  zum  Bischof  von  Plock  erhob  (1503).  Ein
Mann,  wie  dieser,  war  dem  A  del,  der  ihn  als  frechen  Eindringling ­
  betrachtete,  ein  Dorn  im  Auge;  naturgemäss  gewann
dieser  Hass  alsbald  eine  über  den  einzelnen  Gegner  hinausreiehende
  principielle  Bedeutung.  Schon  der  Kastengeist,  der
den  polnischen  Adel  in  so  hervorragendem  Masse  erfüllte,
würde  es  durchaus  wahrscheinlich  linden  lassen,  dass  auch
Laski  auf  der  Seite  der  Gegner  Cioleks  sich  befand,  als  man
in  Polen,  und  zwar  vor  allem  die  durch  ihn  schwer  beleidigte
Königin-Mutter,  die  Habsburgerin  Elisabeth,  seine  Abwesenheit ­
  benützte,  um  auf  dem  Generallandtage  zu  Radom  (1505)
die  ältere  Verfügung  von  1496  durch  eine  neue  zu  verschärfen,
deren  Spitze  deutlich  gegen  Ciolek  gerichtet  war  und  die,
wenn  auch  ohne  rückwirkende  Kraft,  dennoch  den  nach  noch
höheren  Ehren  geizenden  Bischof  von  deren  Erlangung  ausschloss. ­
  6  Allein  es  fehlt  auch  nicht  an  sonstigen  Anhalts-'

  Testam.  Ub.  2  Janociana  II,  83  ff.  3  Acta  Tomic.  VI.  59
.fidicini  filius*.  1  Math,  de  Miechouia  254.  5  Voll.  legg.  I,
262.  263.  6  Ebenda  302.
            
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