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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Deutsche  Studien.  II.

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Müllenhoff  unterscheidet  drei  Liederbücher.  Was  die
Quelle  von  BC  gab,  begann  mit  dem  dritten  und  schloss  mit
dem  ersten.  Das  zweite  ist  nur  in  C  erhalten,  es  war  in
die  Quelle  eingelegt  und  wurde  an  seiner  Stelle  mit  abgeschrieben. ­

Das  erste  Liederbuch  setzt  Müllenhoff  S.  142  in  die  Zeit
vor  1184,  das  zweite  in  die  nächstfolgende  Zeit  über  1186
hinaus  (S.  134.  135),  das  dritte,  worin  die  Eneit  citirt  wird,
etwa  1187  (S.  136)  bis  1189  (S.  138).
Das  Gedicht  Die  gote  erliegent  sine  vart  (53,  31  —  38)  ist
nicht  ganz  sicher  bestimmbar  (S.  135.  137).
Ebenso  hat  das  schöne  grosse  Lied  54,  1  Schwierigkeit,  weil
es  nicht  in  B  überliefert.  Aber  es  muss  wohl,  wie  Müllenhoff  annimmt, ­
  zum  ersten  Liederbuche  gehören,  dem  es  sich  in  C
ansehliesst.  Es  bildete  das  Ende  der  Sammlung  B  C,  auch  in
C  ist  es  nicht  mehr  vollständig  vorhanden,  das  letzte  Blatt
eines  Heftes  kann  leicht  durch  Abreiben  unleserlich  werden
oder  ganz  zu  Grunde  gehen.  Ebenso  ist  in  dem  ältesten  Liederbuche ­
  Heinrichs  von  liucko  die  letzte  Strophe  in  C  nur  verstümmelt, ­
  in  B  gar  nicht  erhalten  (Zeitsehr.  17,  574  Anm.).
Das  erste  Liederbuch  ist  nicht  arm  an  stumpfen  und
klingenden,  consonantisch  ungenauen  Reimen.  Im  zweiten  und
dritten  bleiben,  abgesehen  von  überschüssigem  n  (enpfd  :  gän  •
tan;  lieiden  :  beide),  nur  die  für  die  Technik  des  ältesten  Minnesanges ­
  fast  unentbehrlichen  Reime  zit  :  loip  :  lip  :  sit  :  mt  und
liep  :  niet  :  iet  :  liet  übrig.
Zu  den  urkundlichen  Nachweisungen  des  MF.  über  das
Geschlecht  derer  von  Hausen  kommt  jetzt  noch  Haupt  in  seiner
Zeitschrift  13,  326  und  Heinzei  Niederfränkische  Geschäftsprache ­
  S.  367  f.  Anmerkung.
§.  9.
Heinrich  von  Vehleke.
Ich  halte  es  für  möglich,  auch  in  Veldekes  Gedichten
die  ursprüngliche  chronologische  Ordnung  wieder  herzustellen.
Und  das  ist  es,  was  ich  hier  versuchen  will.
Wenn  man  im  MF.  von  den  beiden  aus  A  entnommenen
Schlussstrophen  und  von  den  ebenso  nur  in  A  überlieferten
            
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