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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Scherer.

Was  nun  im  einzelnen  Strophe  C  23,  MF.  36,  23  anlangt,
so  kann  sie  unmöglich  zu  dem  zweiten,  chronologisch  geordneten ­
  Liederbuche  Dietmars  gehören,  das  mit  einer  Liebeserklärung ­
  beginnt.  Dieser  Erklärung  kann  nicht  der  Besitz
vorausgehen  und  die  Freude  am  Besitz  wie  in  der  genannten
Strophe.  Von  dem  ersten  Liederbuche  aber  ist  sie  durch  die
zum  jungen  Spervogel  gehörigen  Strophen,  auf  welche  sie  folgt,
bestimmt  ausgeschlossen.
Ueberdies  fühlt  man  sich  durch  den  Inhalt  eher  an  Hausen
erinnert.  Mit  leides  ende  36,  32  vergl.  leitvertrip  54,  35.  Gott
hat  nichts  an  ihr  vergessen  wie  44,  22.  31  und  besonders  50,  2
wan  er  vergaz  nilit  an  ir  libe.  Der  Verfasser  verweilt  auf  dem
Lobe  der  Geliebten  mit  einer  objectiven,  enthusiastischen  Bewunderung, ­
  wie  sie  Dietmar  nicht  eigen  ist;  ich  komme  gleich
hierauf  zurück.  Und  das  doppelte  unde  32.  33  gibt  den  Eindruck ­
  eines  Flusses  der  Bede,  wie  er  gleichfalls  unserem  Dichter
nicht  nachgesagt  werden  kann.  Den  zweisilbigen  Auftact  (36,  24)
hat  er  nur,  wenn  die  Silben  verscbleifbar  sind  (39,  3):  die
übrigen  im  MF.  zu  154,  21  angeführten  Fälle  stehen  in  den
beiden  alten,  nicht  Dietmarischen  Liedern  37,  4.  18.
Die  zwei  Strophen  36,  5  ff.  stehen  in  C  am  Ende  des
echten,  BC  gemeinschaftlichen  Liederbuches  und  vor  dem  sicher
unechten  Anhang.  Schon  diese  Stellung  genügt,  sie  zu  verdächtigen. ­
  Das  Gedicht  bewegt  sich  in  einem  Kreise  von  Anschauungen, ­
  in  welchem  Dietmar  sonst  nicht  verweilt.  Auch
bestehen  seine  Gedichte  nur  je  aus  einer  Strophe,  wenn  wir
von  dem  Tageliede  absehen,  das  als  episches  Lied  seine  besondere ­
  Stellung  hat.
Dass  Dietmar  einen  und  denselben  Gedanken  in  allmälicher
  Entwicklung  in  drei  hinter  einander  folgenden  Sätzen
mit  identischem  Subject  ausspräche,  wie  hier  im  Anfang  (diu
werelt...  si  vert...  si  wellent.  .  .),  das  kommt  nicht  vor.
Was  Dietmar  zum  Lobe  der  Geliebten  in  einzelnen  Sätzen
oder  durch  schmückende  Beiwörter  vorbringt,  das  beschränkt
sich  auf  Folgendes:  32,  3.  10  frouwe  scheene.  32,  14  dem  schcenen
ivibe  (35,  13  ein  schcene  ivip)  33,  24  frouwe  biderbe  unde  guot.
34,  23  ein  rehtiu  liebe;  38,  24  der  lieben.  38,  33.  39,  12  ein
edeliu  frouwe.  34,  34  ir  tugende  die  sint  valsches  vri.  36,  37  du
gwünne  nie  unstceten  wanc.  Man  sieht,  dass  dies  alles  von  der
            
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