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Scherer.
Veldeke; dazu auch Strophen des Tones 33, 15 der sich von
diesem nur durch den Mangel überschlagender Reime unterscheidet.
Dass Dietmar von Aist mit Ausnahme des Tageliedes und
des ersten Tones niemals ein Gedicht mit unreinem Reime
schliessen lässt, wie es hier geschieht (liep : niet) mag ein Zufall
sein, obgleich man sich vielleicht erinnern darf, dass gewisse
Seltsamkeiten im Reim der Nibelungenstrophe niemals in das
schliessende zweite Reimpaar eindringen.
Aber ganz gegen die in Dietmars Liedern herrschende
Anschauung ist es, dass eine Frau dem Manne dienen will 35,
33. Auch passt das Gedicht schlecht in den Rahmen des Liebesverhältnisses,
das in den beiden andern Strophen desselben Tones
35, 16 und 35, 24 vorausgesetzt wird. Vielmehr scheint es
durch 35, 24 eingegeben und in theils verwandter, tlieils gegensätzlicher
Stimmung im selben Tone nachgedichtet: vergl. ez
wcere wol u. s. w. mit ez wcere mir ein grdziu not ff. und den
Gedanken 35, 25 (auch 35, 28 f.) mit 36, 4. Zu 36, 2 ward er
mir dm mdze liep vergl. 39, 5 der ist mir une nutze körnen in
minen stceten muot. Und auch mit dem Gedanken des Todes
spielt Dietmar, doch in anderer AYeise (32, 11. 33, 28). Der
Verfasser oder die Verfasserin gebraucht das bei Dietmar nicht
vorkommende obe.
Die Veredelung, Vervollkommnung durch Liebe wird sonst
von den Männern ausgesagt (so bei Meinloh und bei Dietmar):
hier behauptet es die Dame von sicli selbst. Welcher Art aber
ist die Vervollkommnung? Was heisst gewizzen? Ich verweise
auf das mhd. Wb. und Loxer 1 und übersetze ,Bildung'.
Mätzner Altfranz. Lieder S. 193 hat Stellen gesammelt, worin
,die Bildung oder die durch Erziehung und Unterricht gewonnene
Tüchtigkeit nach Seiten der Intelligenz und des Charakters' als
hervorstechende Eigenschaft der Frau gerühmt wird. Französisch
heisst sie bien aprise, es wird ihr hone doctrine zugeschrieben,
provenzalisch ensenlmmen, italienisch insegnamento, conoscianza,
1 Ersteres bringt die Stelle MS. 1, 185a (Reinmann von Brennenberg) unter
die Bedeutung ,Verstand, Einsicht in das was sich zu thun gehört 1 . Die
Stelle lautet: da mäht wol heizen leitvertrip, du rehter viinnen bliiete: der
gewizzen dir vil wol min herze gibt. Offenbar ist der zu betonen: diese
Fälligkeit, nämlich das Leid zu vertreiben.