Kant und die positive Philosophie.
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speculativer Philosophie zu nehmen sei. Wie man aus der Gleichsetzung-
des Ausdruckes ,connaissances absolues £ mit solchen
Erkenntnissen, welche die ,nature intime' der Erscheinungen,
deren ,causes premieres et finales' zum Gegenstände haben,
zur Genüge gewahrt, werden mit jenem Namen alle Erkenntnisse
belegt, welche sich statt auf die Phänomene selbst, auf
die denselben zu Grunde liegenden Ursachen, und statt auf
die thatsächliche Aehnlichkeit und Succession derselben, auf
deren geheimes Warum und Wozu beziehen. Die Vergleichung
mit Bacon zeigt, dass wir es auch hier mit ,Idolen' zu thun
haben, allerdings solchen, welche, so lange der theologisirende
und metaphysicirende Zustand des menschlichen Geistes währt,
unvermeidlich sind. Einmal zum Positivismus gelangt, ist der
menschliche Geist von jenen befreit; er verzichtet darauf, in’s
Innere der Erscheinungswelt, ihre ersten Ursachen und letzten
Zwecke einzudringen; er hält sich an die gegebenen Erscheinungen,
ohne zu fragen, wodurch und wozu sie gegeben sind;
er begnügt sich, dieselben nach ihrer Aehnlichkeit zu ordnen,
nach ihrer beobachteten Aufeinanderfolge ihr künftiges Eintreten
vorherzusehen, mit einem Worte statt ihrer Ursachen
und Zwecke ihre Gesetze-aufzusuchen.
Dass diese letzteren unveränderlich seien, ist die nicht
bloss stillschweigende, sondern wie oben ausdrücklich gemachte
Voraussetzung des Positivismus. Was diesen Zustand der Wissenschaft
von dem theologisirenden durchgreifend unterscheidet,
ist, dass der erstere die Beziehungen zwischen den Phänomenen,
ihre Succession und Verwandtschaft als invariables ansieht,
während der andere dieselben von der willkürlichen Dazwischenkunft
(Intervention arbitraire) übernatürlicher Wesen abhängig
macht. Der als fest gedachten Naturordnung entspricht eine
ebensolche Naturwissenschaft; launenhafte Unterbrechung macht
jeden geregelten Naturlauf und dadurch jeden Versuch der
Berechnung zukünftiger Thatsachen aus dem mittelst der früheren
erkannten Naturgesetze unmöglich.
Es ist eine andere Frage, welche Mittel dem Positivismus,
dessen einzige Erkenntnissquelle die Erfahrung, dessen Methode
die Induction ist, zu Gebote stehen, die UnVeränderlichkeit
der von ihm erkannten Naturgesetze zu erkennen. Denn
wenn nur diejenige Beziehung zwischen Erscheinungen, welche