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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Sclierer.

Gebiet,  unter  den  Synonymen  des  Liebesschmerzes  bei  Lyrikern
wird  man  es  selten  linden.  Der  Rietenburger  sagt  19,  33  nun
herze  erlcos  mir  dise  not,  und  ausserdem  hat  er  nur  manic  herze
ist  frö  19,  8  in  einer  formelhaften  volkstümlichen  Wendung,
die  zur  Bezeichnung  der  Freude,  welche  der  Frühling  bringt,
mehrfach  gebraucht  wird  (3,  23.  4,  16.  Dietmar  33,  21).
Bei  Hausen  spielt  das  Herz  bekanntlich  eine  grosse  Rolle.
Ausser  Wendungen  wie  43,  36  mangen  herzen  ist  von  huote  ive;
44,  35  ein  horte  herze;  45,  38  von  herzen;  47,  8  ein  holdez  herze
tragen  oder  dem  Vocativ  lierze  47,  25  steht  immer  ein  Possessivum
  daneben,  55,  4  sin  herze,  sonst  min,  oder  wenigstens  ein
Personalpronomen  in  der  Nähe  (ich,  mir,  mich)  oder  es  wird  auf
ein  min  herze  zurückbezogen:  des  lierzen  42,  8;  daz  herze  47,  12.
19.  49,  13.  21.  52,  14.  53,  9.  Dagegen  min  herze  42,  19.  44,
27.  45,  20.  46,  9.  36.  47,  9.  48,  3.  50,  15.  34.  51,  30;  minem
herzen  49,  31.  51,  3;  mim  herzen  53,  24.  Hausen  hat  nur  wenige
und  nur  stumpfe  Waisen,  da  kann  das  Wort  nicht  Vorkommen,
ebensowenig  im  Reime,  wie  wir  schon  sahen.  Aber  wenn  man
umstellt  daz  herze  min,  so  gibt  es  einen  sehr  bequemen  Reim.
Hausen  hat  diese  Umstellung  im  ersten  Liederbuch  nur  ausser
Reim  50,  12.  54,  32;  im  zweiten  Liederbuch  nur  im  Reim
44,  7  (:  fri)  45,  12  (:  sin  und  andere  r/une  Reime);  im  dritten
Liederbuch  überhaupt  nicht.
Veldeke  kennt  die  Waise  vielleicht  gar  nicht;  er  hat
daz  herze  min  in  einem  seiner  frühesten  Gedichte  im  Reim
(:  sin,  schin,  vogellin)  59,  15.  Ausserdem  daz  herze  60,  15;  min
herze  65,  34.  67,  12;  ir  herze  67,  32  und  dazu  in  den  beiden
Anfangsgedichten  der  Sammlung  56,  7.  23.  57,  15.  26.  35.
Walther  von  der  Yogelweide  gebraucht  herze  min  nur  im
Reim,  aber  verhältnissmässig  nicht  gerade  oft:  42,  13.  72,  19.
30.  98,  10.  99,  29.  Den  übrigen  Gebrauch  des  Wortes  kann
man  bei  Hornig  S.  137  bequem  überschauen.
Ich  brauche  zur  Würdigung  Dietmars  keinen  anderen  weiter
herbeizuziehen.  Ihm  ist  das  Herz  in  seiner  Poesie  so  nothwendig

spreche  gerne  vom  Glanze)  125,  1.  126,  16.  26.  127,  4.  130,  38.  131,  8.
16.  139,  4.  140,  17.  —  Ich  kann  nicht  umhin  hervorzuheben,  dass  die
Gedichte  des  Fenis  und  des  Morungers,  welche  jenen  Keim  enthalten,
unsicher  bezeugt  und  wahrscheinlich  unecht  sind.
            
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