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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Deutsche  Studien.  II.

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nirgends,  lies  32,  9.  33,  9  werelt  (wie  z.  B.Reinmar  MF.  152,  10);
32,  13  friwendinne.  Der  Auftact  ist  niemals  zweisilbig.  Die
Waise  kehrt  in  II  wieder,  nachdem  sie  in  den  jiingern  Tönen
von  I  verlassen  schien.  Dialog  der  Liebenden  I.  32,  5  ff.  II.
39,  18  ff.;  letzteres  freilich  wohl  das  älteste  erhaltene  Gedicht,
aber  diese  Annahme  setzt  die  Einheit  des  Verfassers  voraus,
die  es  hier  erst  zu  beweisen  gilt.  Frau  ausdrücklich  durch
epische  Formel  redend  eingeführt  I.  32,  3.  II.  39,  7.  Frauenlied ­
  als  Abschluss  eines  Liebesverhältnisses,  als  letztes  Gedicht
eines  Tones:  Ii  33,  7.  34,  11.  35,  24.  II.  40,  11.  Botenlieder:
Aufträge  an  ihn  I.  32,  13.  21;  der  Bote  spricht  II.  38,  14.  —
Liebesgcnuss  in  der  Winternacht  I.  35,  20.  II.  40,  3.  Gott
eingemischt  als  Schöpfer  und  allmächtiger  Herr  der  Dame
I.  32,  12.  II.  38,  23.
Manches  was  einerseits  die  Einheit,  anderseits  die  Fortbildung ­
  des  Verfassers  ins  Licht  setzt,  ergibt  sich  schon  aus  den
bisherigen  Betrachtungen.  Alles  überschauen  lassen  würde  nur
eine  vollständige  Syntax  und  Stilistik  des  Dichters  und  ein
Wörterbuch  seiner  Sprache.  Ich  will  noch  einige  Beiträge
dazu  liefern.
Das  Wort  herze  mit  seinen  obliquen  Singularformen  kommt
in  den  Kürnbergsliedern  nur  als  Ausgang  der  Waise  vor  7,  25
min  herze,  sonst  mit  dem  bestimmten  Artikel  8,  23.  25.  9,  13:
natürlich  nur  in  den  Strophen  der  Frauen,  diese  Männer  reden
noch  nicht  von  ihrem  Herzen.  Meinloh  hat  es  auch  zweimal
in  der  Cäsur  12,  7.11  und  ebenso  der  Verfasser  des  unechten
Gedichtes  14,  7  ;  ausserdem  Meinloh  noch  zweimal  13,  34  mm
herze;  14,  30  viines  herzen  leide.  Der  Regensburger  bringt  es
niemals  in  der  Cäsur,  obgleich  die  Waisen  seines  zweiten
Tones  klingenden  Ausgang  haben:  mm  herze  16,  20.  17,  6;
minem  herzen  16,  3.
Der  Rietenburger  verwendet  die  Waise  nicht,  und  im
Reim  auf  smerze  scheint  die  mhd.  Poesie  herze  fast  nur  bei
Epikern  zu  kennen:’  jenes  Wort  hatte  wohl  nur  ein  begrenztes

1  Im  MF.  kommt  der  Reim  herzen  :  silierzen,  smerze  :  herze,  wie  mir  einer
meiner  Zuhörer  nachweist,  nur  bei  Fenis  85,  28  und  bei  Heinrich  von  Morungen
  146,  7  vor:  bei  dem  letzteren  herze  einmal  in  der  Waise  135,  37
und  sehr  oft  herze  iitin  im  Reime  (besonders  auf  schm,  denn  Morungen
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  LXXVII.  Bd.  III.  Hft.  32
            
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