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Scherer.
Tag nicht sähe. Daun fordert sie den Ritter auf zum Küssen
auf der Wiese beim Gesang der Vögel (und das geschieht,
muss man annehmen). Hierauf verlangt sie: Beginnen wir ein
neues Spiel im Garten, wo die Vögel singen, bis der Wächter
seine Pfeife bläst. Und hiermit sind wir erst bei der Situation
vom Anfang des Liedes, aber wir müssen uns denken, dass
nun wirklich das Signal ertönt und der Ritter Abschied nimmt,
denn in der nächsten Strophe spricht sie schon von seinem
Athem, den sanfte Luft ihr zugetragen hat. Es folgt in der
letzten Strophe ein Loh der Dame, welches der Dichter ausspricht.
Audi das Liebespaar der deutschen Alba ruht wohl im
Freien unter der Linde und das Vöglein ist dabei wie in
Walthers bekanntem Liede. Auch hier wird der Weckruf (ohne
Zweifel des Wächters) gefürchtet. Und auch hier muss man
den Abschied ergänzen, der Ritter sagt nur, er wolle ihr Gebot
befolgen (vergl. Walther 89, 32 gebiut mir, Id mich varn).
Aber die erste Strophe kehrt noch genauer wieder in der
Alba des Guiraut von Bornelh (Bartsch Lesebuch S. 100):
Bel companho, en chantan vos apel,
non dormatz plus, qu’ieu aug cliantar l'auzel,
que vai queren lo jorn per lo boscatge —
Paul Heyse übersetzt (Spanisches Liederbuch S. 275,
vergl. Diez Leben der Troub. S. 141):
Mein süsser Freund, die Warnestimme singt:
Schlaft fürder nicht! Das Lied der Vögel klingt,
Die lichtgewärtig durch die Büsche streichen.
Es ist gewiss nicht richtig, wenn Bartsch (Tagelieder
S. 18) mit Bezug auf Dietmars Tagelied bemerkt: ,Vielleicht
will der Dichter nur das Vöglein, das auf der Linde singt, als
Wächter und Wecker bezeichnen/ Ganz deutlich wird geschieden
zwischen dem Weckruf, den man erwartet, und dem
Gesang des Vogels, auf den sich diese Erwartung gründet.
Ob als der Weckende der Wächter oder ein Freund
gedacht wird,, das können wir nicht wissen. Das Letztere,
wie bei Guiraut von Bornelh, ist in einem nur fragmentarisch