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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Deutsche  Studien.  II.

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dichte  33,  34  auch  das  Wort  mäze  im  technischen  Sinne,  und
weniger  technisch  sonst  noch:  äne  mäze  32,  15.  39,  2;  des  ich
mich  nilit  gemazen  Jean  35,  23.  Aber  wo  die  provenzalische
cortesia  und  mesura  ist  (Diez  Poesie  der  Troub.  S.  49.  149),
da  kann  auch  die  provenzalische  alba  sein.  Freilich  die
specielle  Eigenthümlichkeit  der  Form,  den  beliebten  Refrain,
der  das  Wort  alba  zu  enthalten  pflegt  (Diez  S.  115.  151)  und
den  Heinrich  von  Morungen  nachahmt  (MF.  143,  22:  vergl.
Diez  S.  265  f.),  hat  Dietmar  nicht  aufgenommen.
Aber  nicht  durchaus  nothwendig  war  der  Refrain  im
provenzalischen  Tageliede.  Bartsch  führt  in  seiner  Abhandlung
über  die  provenzalischen  und  deutschen  Tagelieder  S.  8.  9  ein
solches  an  und  es  ist  gerade  auch  das  einzige,  in  welchem  der
Liebende  und  die  Geliebte  redet  und  die  Rede  nach  Strophen
getheilt  ist.  Aber  zu  einem  eigentlichen  Dialoge  zwischen  den
Beiden,  wie  ihn  Dietmar  noch  einmal  in  gleicher  Situation  und
schon  ein  älterer  Dichter  MF.  8,  9  hat,  kommt  es  auch  hier
nicht.  Abgesehen  von  der  einen  erzählenden  Zeile  39,  26,  die
aber  auch  nur  Empfindung  der  Frau  wiedergibt,  sind  die
Strophen  in  regelmässigem  Wechsel  aufgetheilt,  in  der  ersten
spricht  die  Frau,  in  der  zweiten  der  Ritter,  in  der  dritten  die
Frau.  Desgleichen  bei  Morungen  regelmässiger  Wechsel  Strophe
um  Strophe.  Bei  Walther  in  Halbstrophen  mit  epischem  Eingang ­
  und  Schluss:  die  Frau  beginnt  ihre  Rede  regelmässig
mit  den  Worten  min  friunt  oder  friunt  wie  in  jenem  provenzalischen ­
  Liede  amicx,  oder  in  einem  andern  bels  dous  amicx,
oder  wie  in  fünf  Strophen  der  wachsame  Freund  bei  companho.
Dietmars  Tagelied  bietet  aber  noch  bestimmtere  Anklänge
an  eines  der  ältesten  provenzalischen,  dessen  Verfasser  nicht  genannt ­
  wird:  Bartsch  Provenz.  Leseb.  S.  104  (der  ersten  Ausgabe,
die  zweite  ist  mir  nicht  zur  Hand),  übersetzt  von  Diez  S.  151  f.
In  einem  Garten  unter  dem  Laub  des  Weissdorns  hielt
die  Dame  ihren  Freund  bei  sich,  bis  der  Wächter  ruft,  er
habe  das  Morgenroth  gesehen.  Hierauf  vier  Strophen,  worin
die  Frau  spricht  und  das,  was  unterdessen  geschieht,  aus  ihren
Worten  entnommen  werden  muss.  Der  Anfang  ihrer  Rede
führt  aber  weiter  zurück  als  der  Anfang  des  Gedichtes.  Sie
beginnt  mit  dem  Wunsche:  Blieb’  es  doch  Nacht,  dass  der
Freund  nicht  zu  scheiden  brauchte,  dass  der  Wächter  den
            
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