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Scherer.
dringend verdächtig, und natürlich war es wieder der ungenaue
Reim, der hinweggeschafft werden sollte und C zu solchen Unmöglichkeiten
verführte. Aber her : dar geht bei Dietmar
nicht, der nur consonantisch ungenauen Reim zulässt. Auch
würde sich C dann einfach durch die Schreibung har : dar
geholfen haben. Was mir sonst einfällt, her : enwec, erfüllt die
Bedingung im Allgemeinen; es ist ein ungenauer Reim derselben
Kategorie, aber doch von härterer Art, als sie sonst
bei Dietmar begegnen. Vielleicht wider raren : dare? Oder
icider varen: dane (varn: dan) ?
Wenn das Gedicht von Dietmar ist, so muss es aus
seiner frühesten Zeit stammen, welcher auch allein der Reim
friedel : ziere gemäss ist und die Bezeichnung der Dame als
friwendin wie im zweiten Tone 32, 13 und der ganze alterthümliche
conjunctionslose Stil. Die Formel des Abschiedes
Z. 25 erinnert zwar an Meinloh 15, 15 ff., aber sie muss doch
nicht nothwendig auf der Sitte des Frauendienstes beruhen
und diesen voraussetzen. Der Dichter hätte also eine eigene
ältere Romanze hier eingefügt, um anzudeuten, dass ihm Liebesgenuss
zu Theil geworden.
Und dies ist wohl die wahrscheinlichste Vermuthung.
Weder lassen sich die reinen Reime halten, die hier im zweiten
Liederhuche nothwendig wären, noch scheint es denkbar,
dass der Dichter ein fremdes Product, selbst wenn es ein bekanntes
Volkslied war, unter die seinigon aufgenommen hätte.
Vortrefflich stimmt dazu das Metrum. Es ist in keiner
Weise volksthümlich, gerade das Unvolksthümliche darin aber
findet sich bei Dietmar wieder, und zwar in den erkennbar
ältesten Gedichten, die wir sonst von ihm besitzen.
Die beiden ersten Zeilen sind die des zweiten Tones
ohne Waisen, 3 : 4 Hebungen klingend. Und in Z. 3. 4
wiederholt sich das Längenverhältniss, nur mit stumpfem
Reime, 4 : 5 Hebungen stumpf, wie sich im zweiten Ton das
zweite Reimpaar zum dritten verhält.
Obgleich dies also leicht Dietmars frühestes Gedicht sein
mag, so haben wir — so viel ich sehe — doch keinen genügenden
Anhaltspunkt, um das Tagelied für eine einheimische
Gattung zu halten. Dietmar gebraucht 33, 35 in seinem dritten
Zweitältesten) Tone den Begriff hövesch. In demselben Ge-