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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Scherer.

Jahreszeit.  Von  dienest  ist  darin  aber  noch  nicht  die  Rede,
doch  erklärt  sich  der  Dichter  ihr  eigen  (35,  15)  und  seine
Leidenschaft  sucht  nach  übertreibenden  Aeusserungen,  er  will
sterben  vor  Sehnsucht  34,  27  f.  32,  11.
Das  Metrum  des  vierten  Tones  zeigt  Verwendung  der
Waise  und  des  überschlagenden  Reimes  unter  einander  und
vielleicht  dreitheiligen  Bau.  Richtiger  aber  geht  man  wohl  von
der  sechszeiligen  Reimstrophe  aus.  Denkt  man  sich  darin  das
erste  Reimpaar  klingend  wie  im  zweiten  Ton,  jede  Zeile  dieses
ersten  Paares  auf  fünf  Hebungen  verlängert  und  dann  durchweg ­
  ausser  vor  dem  fünften  Verse  Waisen  vorgeschoben  und
diese  vor  Z.  1.  2.  3.  4  durch  stumpfe,  viermal  gehobene  Reimzeilen ­
  ersetzt,  so  hat  man  den  überlieferten  Ton.
Was  nun  in  all  den  bisher  behandelten  Gedichten  die
Reinheit  der  Reime  anlangt,  so  bietet  der  zweite  Ton  32,  14.  16
wibe  :  mide;  17  f.  minne  :  singen;  33,  8.  10  dinge  :  inne;  der
dritte  nur  33,  32.  34  lieg  :  niet;  der  fünfte  35,  16.  18  zit  :
wip  (a  :  d  rechne  ich  nicht);  25.  27  vertragen  :  gehoben.  Der
erste  Ton  mit  seinen  Künsten  steht  für  sich,  der  vierte  hat
34,  20;  22  erwenden  :  sende;  35,  6.  8  künde  :  ivunne.
Das  zweite  Liederbuch  ist  blos  in  der  Handschrift  C
überliefert,  welche  alle  Reime  genau  macht;  die  ungenauen
können  nur  errathon  werden.  Lachmann  hat  39,  6  f.  zit:  wip,
39,  31.  33  rnome  :  bluomen  hergestellt,  dazu  noch  die  keineswegs ­
  zweifellosen  Vermuthungen  zu  38,  33  (ranc  :  gewalt)  und
39,  34  (brach  :  naht)  und  die  Reime  des  Tageliedes  39,  18  ff.,
worüber  unten.  Der  Fortschritt  in  der  Kunst  wäre  sichtlich.
Den  Strophenbau  im  zweiten  Liederbuche  kann  man  zum
Theil  ohne  Zwang  als  dreitheilig  auffassen,  aber  Sicherheit
ist  dabei  nicht.  Dagegen  erkennt  man  leicht  in  36,  34  die
vierzeilige,  in'  den  übrigen  Tönen  die  sechszeilige  Reimstrophe
als  Grundlage  mit  den  uns  schon  bekannten  Erweiterungen:
das  erste  Reimpaar  gerne  klingend  oder  die  Zeile  sonst  verlängert. ­
  Heber  den  Ton  des  Tageliedes  unten;  die  Schemata
der  übrigen  sind:
(36,  34)  I  4  kl.  a.  4  stumpf  b.
4  kl.  a.  4  stumpf  b.
5  stumpf  c.
4  kl.  Waise.

5  stumpf  c.
            
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