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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Kant  und  die  positive  Philosophie.

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Abstraction  (abstrait);  den  naturwissenschaftlichen  (sciontilique)
oder  den  positiven  (positif).'  Die  Uebersetzung  des  Ausdruckes
,scientifique'  durch  ,naturwissenschaftlich'  entspricht  nicht  nur
dem  von  Comte  eingenommenen  empiristischen  Standpunkt,
sondern  auch  dem  französischen  Sprachgebrauch,  nach  welchem
unter  ,Sciences'  die  sogenannten  exacten  d.  i.  die  Naturwissenschaften ­
  verstanden  werden.  Aus  der  Gleichsetzung  des  Ausdruckes ­
  ,positif'  mit  jenem  ersieht  man,  dass  mit  demselben
der  Zustand  der  Verwandlung-  der  Wissenschaft  in  Naturwissenschaft' ­
  gemeint  und  dieser  als  einer,  der  sich  auf  Thatsaclien
  stützt,  dem  theologischen,  der  sich  auf  Erdichtungen,  dem
metaphysischen,  der  sich  auf  (leere)  Abstractionen  beruft,  entgegengesetzt ­
  wird.  Alle  drei  Zustände  verhalten  sich  wie
ebenso  viele  wesentlich  verschiedene  einander  von  Grund  aus
(radicalement)  entgegengesetzte  Methoden  des  Philosopliirens:
die  theologische,  die  zuerst,  die  metaphysische,  die  hierauf,
und  die  ,positive',  welche  zuletzt  kommt.  Daher  drei  Arten
von  Philosophie  oder  allgemein  systematischer  Auffassung  des
Ganzen  aller  Erscheinungen  (trois  sortes  de  systemes  generaux
de  conceptions  sur  l’cnsemble  des  phenomenes),  die  sich  untereinander ­
  gegenseitig  ausschliessen  (qui  s’excluent  mutuellement):
die  erste  derselben  bildet  den  nothwendigen  Ausgangspunkt
menschlicher  Intelligenz;  die  dritte  deren  bleibenden  und  endgiltigen
  Zustand  (son  dtat  fixe  et  definitif);  die  zweite  ist
einzig  zum  Durchgangspunkt  bestimmt.
Theologischer  und  positiver  Zustand  der  Wissenschaft
sind,  wie  man  sieht,  die  Hauptgegensätze,  Anfang  und  Ende
der  mensclilicheji  Geistesentwicklung;  der  metaphysische  ist
,im  Grunde'  nichts  als  eine  ,einfache  allgemeine  Abänderung'
(une  simple  modifieation  generale)  des  ersteren.  Das  Wesen
derselben  wird  dahin  charakterisirt,  dass  die  theologisironde
Wissenschaft  die  Erscheinungen  durch  übernatürliche  Wesen,
die  metaphysicirende  durch  abstracte  Kräfte,  die  ,positive',
d.  i.  die  empirische,  durch  Gesetze  erklärt.
Im  theologischen  Zustand,  heisst  es  (I.  p.  9),  richtet  der
menschliche  Geist  seine  Forschungen  wesentlich  auf  die  innere
(intime)  Natur  der  Dinge,  auf  die  ersten  und  Endursachen
(causes  premieres  et  finales)  aller  der  Wirkungen,  die  ihn  berühren ­
  (frappent),  mit  einem  Wort,  auf  absolute  Erkenntnisse
            
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