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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Deutsche  Studien.  II.

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Liliencron  citirt  seine  Uebersetzung  des  G-edicbtes
MF.  24,  1.  Er  erstreckt  also  den  ersten  Theil  auf  das  erste
Reimpaar.  Das  folgende  Reimpaar  wäre  der  zweite  Theil.
Und  im  dritten  Theil  soll  von  Z.  7  an  die  ,Periode*  des  ersten
Theiles  zurückkehren.
Diese  Rückkehr  der  Melodie  aber  ist  nur  ein  ziemlich
vager  Anklang,  auf  den  ich  kein  Gewicht  legen  möchte;  es
Hesse  sich  noch  mehr  dergleichen  namhaft  machen.  Wichtiger
und  nicht  blos  für  die  Beurtheilung  der  Spervogelschen
Strophe  wichtig  scheint  mir  zu  beachten,  dass  eine  eigentliche
Wiederholung  der  Melodie  nur  einmal  vorkommt.  Z.  2  von
der  dritten  Hebung  an  und  Z.  3  haben  genau  dieselbe  Melodie,
merkwürdigerweise  eine  Wendung,  die,  wie  mich  Jacobsthal
belehrt,  genau  ebenso  als  zweite  Zeile  in  der  gebräuchlicheren
Melodie  des  Chorals  ,Vom  Himmel  hoch  da  komm  ich  her*
(vgl.  z.  B.  Winterfeld  Bd.  I  Notenbeil.  Nr.  122)  gefunden  wird.
Vom  Standpunkte  der  Metrik  aus  würde  man  ein  näheres  Verhältniss
  gerade  dieser  beiden  Partien  der  Strophe  nimmermehr
errathen.
§.  7.
Dietmar  von  Aist  und  das  Tagelied.
Wir  haben  in  der  Ueberlieferung  zu  unterscheiden:
Erstens  was  die  Handschriften  B  und  C  gemeinschaftlich ­
  bieten,  womit  die  Sammlung  in  C  eröffnet  wird  und  was
daher  den  Bestand  Dietmarischer  Lieder  in  der  grossen
Sammlung  des  XIII.  Jahrhunderts  ausmachte.  Ich  nenne  dies
das  erste  Liederbuch  Dietmars  von  Aist  und  begrenze
seinen  Umfang  auf  MF.  32,  1—35,  31.  Es  sind  die  Strophen
1—16  B,  1—11.  14—18  C.  Gerade  die  erste  Strophe  bieten
auch  die  Carmina  Burana.  Die  Strophen  12.  13  C  gehören  da
nicht  hin,  sie  sind  viel  altertliümlicher  als  ihre  Umgebung,  ein
Blatt,  das  sie  enthielt,  muss  in  die  Quelle  von  C  an  der  Stelle
eingelegt  und  dann  mit  abgeschrieben  sein.  Ueber  die  Vermehrungen ­
  nach  16  B,  18  C  s.  unten.
Zweitens  die  andere  Quelle  von  C,  das  zweite  Liederbuch ­
  Dietmars,  24—37  C,  MF.  36,  34—37,  3;  37,  30—40,  18,
wieder  mit  einem  unechten  Anhänge.
            
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