Deutsche Studien. II.
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Liliencron citirt seine Uebersetzung des G-edicbtes
MF. 24, 1. Er erstreckt also den ersten Theil auf das erste
Reimpaar. Das folgende Reimpaar wäre der zweite Theil.
Und im dritten Theil soll von Z. 7 an die ,Periode* des ersten
Theiles zurückkehren.
Diese Rückkehr der Melodie aber ist nur ein ziemlich
vager Anklang, auf den ich kein Gewicht legen möchte; es
Hesse sich noch mehr dergleichen namhaft machen. Wichtiger
und nicht blos für die Beurtheilung der Spervogelschen
Strophe wichtig scheint mir zu beachten, dass eine eigentliche
Wiederholung der Melodie nur einmal vorkommt. Z. 2 von
der dritten Hebung an und Z. 3 haben genau dieselbe Melodie,
merkwürdigerweise eine Wendung, die, wie mich Jacobsthal
belehrt, genau ebenso als zweite Zeile in der gebräuchlicheren
Melodie des Chorals ,Vom Himmel hoch da komm ich her*
(vgl. z. B. Winterfeld Bd. I Notenbeil. Nr. 122) gefunden wird.
Vom Standpunkte der Metrik aus würde man ein näheres Verhältniss
gerade dieser beiden Partien der Strophe nimmermehr
errathen.
§. 7.
Dietmar von Aist und das Tagelied.
Wir haben in der Ueberlieferung zu unterscheiden:
Erstens was die Handschriften B und C gemeinschaftlich
bieten, womit die Sammlung in C eröffnet wird und was
daher den Bestand Dietmarischer Lieder in der grossen
Sammlung des XIII. Jahrhunderts ausmachte. Ich nenne dies
das erste Liederbuch Dietmars von Aist und begrenze
seinen Umfang auf MF. 32, 1—35, 31. Es sind die Strophen
1—16 B, 1—11. 14—18 C. Gerade die erste Strophe bieten
auch die Carmina Burana. Die Strophen 12. 13 C gehören da
nicht hin, sie sind viel altertliümlicher als ihre Umgebung, ein
Blatt, das sie enthielt, muss in die Quelle von C an der Stelle
eingelegt und dann mit abgeschrieben sein. Ueber die Vermehrungen
nach 16 B, 18 C s. unten.
Zweitens die andere Quelle von C, das zweite Liederbuch
Dietmars, 24—37 C, MF. 36, 34—37, 3; 37, 30—40, 18,
wieder mit einem unechten Anhänge.