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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Z  i  m  m  e  r  m  a  u  n.

gesagt,  da  vom  Uebersinnliclien  jnittelst  der  einzigen  Erkeuntnissquelle,
  der  Erfahrung,  kein  Wissen  möglich  ist,  der  Wissenschaft ­
  überhaupt  als  einen  nothwendigen  Entwicklungsprocess
von  niederer  zur  höheren  Stufe  auf.  Von  dem  (Bacon’schen)
Gedanken  ausgehend,  dass  nur  das  auf  inductivem  Wege  gewonnene ­
  Wissen  wirkliches  Wissen  sei,  macht  sie  es  sich  zur
Aufgabe,  zu  entdecken,  welche  andere  Behandlungsformen  der
Form  des  Erfahrungswissens  vorangingen.
Gegenstand  der  positiven  Philosophie  ist  die  logische
Metamorphose  der  Wissenschaft.  Ursprünglich  apriorisch  (subjectiv)
  wird  sie  im  Laufe  der  Zeiten  nothwcndig  aposteriorisch
(objectiv).  Diese  beschränkt  sich  auf  das  Erfahrbare;  jene
begreift  auch  das  Unerfahrbarc;  die  eine  ist  das  Product  der
Erfahrung,  die  andere  der  Imagination;  diese  Geistes-,  jene
Naturwissenschaft.
Hobbes  hat  es  ausgesprochen,  dass  alle  wirkliche  Wissenschaft ­
  (von  der  Natur  wie  vom  Staate)  Physik  sei.  Die  positive ­
  Philosophie  führt  aus,  dass  sic  daher  nothwendig  nacheinander ­
  Theologie  und  Metaphysik  gewesen  sei.  Wissenschaft
als  Naturwissenschaft  ist  zwar  der  endgiltige  (l’etat  definitif),
keineswegs  aber  der  anfängliche  Zustand  dos  Wissens.  Der
Gang  des  menschlichen  Geistes  im  Ganzen  betrachtet,  bietet
das  Schauspiel  eines  Fortschritts  (marche  progressive)  dar,
welcher  als  solcher  selbst  wieder  Gesetzen  unterworfen  sein
muss.  Wer  das  Gesetz  dieses  Fortschritts  entdeckte,  hätte
damit  das  Gesetz  der  Culturentwicklung  der  Menschheit  selbst
aufgefunden.
Die  Entdeckung  desselben  ist  das  originelle  Verdienst,
das  Comte  sich  selbst  zuschreibt.  ,Indem  ich  die  Gesammtentwicklung
  der  menschlichen  Intelligenz  in  ihren  verschiedenen
Gebieten,  von  ihrem  ersten  Auftauchen  bis  auf  unsere  Tage,  studirte,
  sagt  er  (a.  a.  0.1.  p.  8),  glaube  ich  ein  grosses  Grundgesetz
(grande  loi  fundamentale)  entdeckt  zu  haben,  welchem  dieselbe
infolge  unwandelbarer  Nothwendigkeit  unterworfen  ist.  Dasselbe ­
  besteht  darin,  dass  jeder  unserer  Ilauptbegriffe  (conceptions
  priucipales),  jeder  Zweig  unserer  Erkenntniss  nach  einander ­
  (süccessivement)  drei  verschiedene  theoretische  Zustände
(etats  theoriques)  durchläuft:  den  theologischen  Zustand  oder
den  der  Dichtung  (fictif);  den  metaphysischen  oder  den  der
            
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