Deutsche Studien. II.
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freundlichen Blickes wegen (11, 13). Und die Freundlichkeit,
die massvolle Heiterkeit, das in rehter mäze gemeit (s. Haupt
zu Neidhart 17, 2) ist hier wohl die Hauptsache. Sie ist ein
Theil, ja der wichtigste Theil des guten, gebildeten, feinen
Benehmens, welches Meinloh wiederholt hervorhebt: 15, 4 der
zimet wol cdlez daz si tuot; 15, 13 ichn sach nie eine frouwen
diu ir lip schöner künde hän; 12, 33 ichn sach mit tränen ougen
nie haz gebären ein wip. Man blickt in eine Zeit, für welche
die Feinheit der Lebensformen neu aufgeht. Zusammengefasst
werden die weiblichen und männlichen Vorzüge, die man bewundert,
in dem Worte tugent, wofür die Belege oben: Gegensatz
unnütze lebende 14, 24. Adjectivisch biderbe: von der Frau
15, 1; vom Manne 12, 9. Desgleichen wert, nur neben wip 12,
1. 13. Gegensatz unkiuschez herze 12, 9. Das Wort hövescli
(Dietmar 33, 35; Veldeke 57, 34) gebraucht Meinloh nicht.
Die Wirkung so vortrefflicher Eigenschaften auf die
Empfindung und das Verhalten des Liebenden und der Geliebten.
Die Dame ,gefällt' dem Dichter, er sieht sie als einzig
an (ichn sach nie u. dg-1. Wendungen), sie ist ihm als der lip
(11, 15. 12, 32), sie hat ihm alle andern Frauen aus seinem
muote weggenommen, so dass er an sie gedanke niene hat. Sie
hat ihm beinahe umgewendet (bekeret, vergl. keren 13, 33) sin
unde leben 11, 22: nämlich er gibt fröude auf und tauscht
trüren ein 11, 25; trüren mit gedanken 12, 29; seneliche swaere
12, 6. Ebenso ,hoher Muth' (min muot sol aber Mhe stän) und
trüren und leit der Frau 14, 27. 29. 30 (vergl. unfrcelichen stän
13, 39). Andere Synonyma werden nicht gebraucht, das Herz
als Sitz der Empfindung nur 12, 7. 14, 30 erwähnt. Der Zustand
des trürens bedarf Abhilfe, welche nur die Frau gewähren
kann (11, 21. 12, 30). Der Mann ist getiuret durch ihre
Liebe (liep haben 11, 8; minne 12, 14; stcete minne 14, 33;
friuntschaft 12, 18; liebe Liebesfreude 12, 20; triuten 14, 20).
Er wirbt um sie (12, 15. 13, 13), ist ihr holt (13, 1. 12, 13)
und dient ihr (dienen 12, 1. 9. 13, 3. 14, 37. dienest 11, 14.
Synonym 15, 15 ff.). Er bewahrt ihr ,Treue' (12, 12: Gegentheil
wankelen muot 12, 19). Dafür gibt sie solt (12, 10), nennt
sich seine friundinne (13, 21) und ,verdient sich' (gedienet),
dass sie ihm die Liebste ist (13, 31). Das Verhältniss muss
unbedingt heimlich gehalten werden, das ist die Hauptpflicht