Kant und die positive Philosophie.
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arbeitung der Thatsachen kommt wirkliche Wissenschaft zu
Stande.
Es ist nicht schwer, in obiger Stelle den Keim dessen
zu linden, was der Urheber der positiven Philosophie als subjective
und objective Methode bezeichnet hat. Jene verfährt
unabhängig von den Thatsachen der Erfahrung a priori, diese im
engsten Anschluss an dieselben a posteriori. Wenn die erstere
nur aus sich selbst statt aus der Erfahrung schöpfend, aus
unbewiesenen Voraussetzungen deducirt, aber auf diesem Wege
auch nur willkürliche Gebilde, Einbildungen statt Erkenntnisse
zu Stande bringt, so genügt der letzteren die bloss gelehrte
Ansammlung vereinzelter Thatsachen nicht, ihr Streben geht
dahin, allgemeine Gesetze aus diesen zu induciren. Wissenschaften,
deren Objecto übersinnliche und so der Erfahrung
unzugänglich sind, können nur nach apriorischer, solche, deren
Objecte sinnliche, also der Beobachtung zugänglich sind, sollen
nur nach aposteriorischer Methode behandelt werden.
Die Möglichkeit, auch nach apriorischer Methode behandelt
werden zu können, ist dadurch nicht ausgeschlossen. Der
logische Normalzustand der Wissenschaften vom Sinnlichen ist
die Behandlung derselben nach streng aposteriorischer Methode.
Der logisch anormale Zustand derselben ist die Behandlung des
Sinnlichen nach der für das Uebersinnliche ausschliesslich
passenden Methode d. i. der apriorischen. Dieser verglichen
mit jenem ist als ein unvollkommener anzusehen, den die
logische Forderung in jenen umzuwandeln gebietet. Derselbe
wird aber naturgemäss in der Geschichte der Wissenschaft als
der frühere auftreten, da sich der vollkommene Zustand aus
dem unvollkommenen herausbildet.
Dieser Gedanke enthält das Neue der positiven Philosophie.
Dasselbe liegt nicht darin, dass die aposteriorische Behandlung
der Wissenschaften vom Sinnlichen als die logisch
vollkommenste gepriesen wird, was längst Bacon gethan hat.
Das Neue besteht darin, dass darauf hingewiesen wurde,
die Wissenschaft vom Sinnlichen habe diesen normalen Zustand,
wenn überhaupt, nicht plötzlich, sondern alhnälig und
nach einer Reihe von Vorstufen, die unvollkommenere Phasen
derselben darstellen, erreicht. Die positive Philosophie fasst
die Geschichte der Wissenschaft vom Sinnlichen, oder besser