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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Deutsche  Studien.  II.

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er  frouwen  dienen  kan!  Theoretisch  entwickelt  er,  was  dazu
gehört,  und  das  Conventionelle  darin  tritt  scharf  hervor.  Aber
alle  Spitzfindigkeit,  alle  Dialektik,  alles  Geistreiche  liegt  ihm
noch  fern.  Die  Weichheit  der  Seele  ist  nur  äusserlich  angenommen. ­
  Er  ist  ein  Mann,  wie  sie  in  den  Kürenbergsstrophen
erscheinen,  nur  mit  dem  modischen  Firniss  des  trürens  und
der  seneden  sioaire  überzogen.  Erst  in  IX  glaubt  man  den
Anaphern  und  Hyperbeln  und  dem  Reimschmuck  anzufühlen,
dass  das  Glück  seine  Seele  in  wahrhaften  Schwung  und  aufrichtige ­
  Erregung  versetzt  hat.  Und  ebenso  ehrlich  klingt  der
Zorn  des  zehnten  Gedichtes,  und  im  letzten,  wo  es  galt,  im
Namen  der  Dame  ihre  Empfindungen  im  Gegensätze  zu  anderen ­
  Frauen  zu  schildern,  die  sie  beneiden,  da  greift  er  auf  die
alten  Wendungen  zurück,  welche  gewiss  die  Frauen  selbst  für
dieses  Verhältniss  ausgebildet  hatten  und  wovon  denn  auch
andere  volksthümliche  Dichter  Gebrauch  machten.  Er  lässt  sie
sagen  (13,  27):  Mir  erwelten  miniu  ougen  einen  kindeschen  man:
daz  nident  ander  frouwen  ;  vergl.  37,  13  ich  erkös  mir  selbe
einen  man  ;  den  erwelten  miniu  ougen.  daz  nident  schcene  frouwen
(4,  30  daz  nident  ander  vrouwen).  Daran  schliesst  sich  in
beiden  Gedichten  der  gegensätzliche  Gedanke  ,ieli  habe  ihnen
nichts  gethan',  der  nur  jedesmal  verschieden  ausgedrückt  und
verschieden  gewendet  wird:  13,  30  ich  hän  in  anders  niht
getan;  37,  17  jo  engerte  ich  ir  deheiner  trütes  niet.  Meinloli
fährt  fort:  wan  ob  ich  hän  gedienet  daz  ich  diu  liebeste  bin  (die
pronominale  Beziehung  lässt  Meinloh  gerne  aus,  hier  im,  wie
11,  19  ir);  vergl.  4,  8  got  wizze  (Meinloh  13,  23  weit  got)  rool
die  wärheit,  daz  i’me  diu  holdeste  bin.  In  derselben  anonymen
Strophe  nennt  die  Frau  ihren  gesellen,  eine  Bezeichnung,
welche  Meinloh  schon  vermeidet,  einen  kindeschen  man  (4,  10),
was  Meinloh  hier  XI  und  VIII  (14,  35)  an  wendet.  Aber
gerade  hier  kommt  auch  der  alte  männliche  Pferdefuss  zuin
Vorschein;  der  Dichter  kann  es  nicht  lassen  (wie  der  in
10,  17  f.)  sich  seiner  Erfolge  bei  Damen  zu  rühmen  (13,  35  f.).
Meinlohs  Sprachschatz  ist  nicht  reich  und  seine  Gedankenproduction
  nicht  mannigfaltig.  Das  ouge  z.  B.  kommt
in  verschiedenen  Wendungen  innerhalb  der  elf  Strophen  fünfmal ­
  vor  (11,  11.  12,  33.  39.  13,  27.  15,  9),  die  tugent  desgleichen ­
  fünfmal  (11,  3.  20.  13,  10.  14,  23.  32).  Die  neue  Welt
            
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