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Zimmer ma n n.
physik so wenig günstig, wie jene der positiven Philosophie.
Beide stimmen darin überein, der Erkenntniss Grenzen zu
setzen. Beide betrachten dasjenige, was jenseits der Erfahrung
liegt, als unzugänglich für die Erkenntniss; beide schränken
das wirklich Erkennbare auf das Gebiet blosser Erscheinungen
ein, während das hinter demselben Gelegene, wenn ein solches
überhaupt vorhanden, doch seiner Wesenheit nach völlig unbekannt
bleibt. Uebersinnliche Gegenstände, wie Gott, Seele u. a.
sind nach der einen, wie nach der andern von der Erkenntniss
(nach Kant wenigstens der theoretischen) ausgeschlossen.
Dagegen besteht zwischen beiden der durchgreifende Unterschied,
dass die positive Philosophie die sinnenfälligen Objecte
der Erfahrung realistisch als Erscheinungen ausser, die kritische
dagegen idealistisch als solche in dem Subjecte fasst,
welcher letzteren Ucbereinstimmung oder Nichtübereinstimmung
mit der wirklichen Welt (wenn eine solche existirt) dahingestellt
bleibt.
Letztere Wendung zum Idealismus, welche durch Locke
eingeleitet, durch Berkeley und die kritische Philosophie vollendet
worden ist, hat die positive Philosophie nicht mitgemacht.
Das kritische Problem, wie des subjectiven Charakters der
Erscheinung ungeachtet eine gemeinsame Erfahrung zu Stande
zu kommen vermöge, ist für sie nicht vorhanden. Die Einheit
des gemeinsamen Objects aller Erfahrung bildet für sie
wie für die gesammte empiristische Richtung seit Bacon den
Ausgangspunkt, auf welchem die Einheit und Gemeinsamkeit
aller auf dem Wege wissenschaftlicher Methode gewonnenen
Erfahrung fusst. Wir sollen nach Bacon weder, wie die Spinnen
ihre Fäden aus sich ziehen, bloss aus uns unsere Gedanken
schöpfen, noch wie die Ameisen bloss sammeln, sondern wie
die Bienen sammeln und verarbeiten. Die wissenschaftliche
Methode ist die Induction, die von der Erkenntniss der Thatsachen
zu jener der Gesetze fortschreitet. Während auf ersterem
Wege blosse Gedankencombinationen zu Stande kommen,
welche, solange sie nicht durch die Erfahrung verificirt werden,
nicht über den Werth willkürlicher Einfälle und speculativer
Träume sich erheben, fördert der zweite lediglich die Anhäufung
von Thatsachen ohne Zusammenhang und Uebersicht. Nur
auf dem letztgenannten Wege der Combination und Vor-