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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Epigrapliische  Nachlese  zum  Corpus  Inscriptionum  Latinarum  vol.  III.  383

der  in  Torda  gefundenen  und  dort  nach  Mommsen’s  Abschrift
von  mir  verglichenen  Inschrift  (C.  J.  L.  3,  913  v.  3):

Die  Punkte  nach  N  und  S  sind  sicher,  daher  ohne  Zweifel  zu
ergänzen:  mun(icipium)  S(eptimium)  Pot(aissa),  vgl.  dieselbe
Abkürzung  n.  1082:  aug(ustalis)  m(unicipii)  S(eptimii)  Ap(uli).
Das  Beispiel  von  Apulum  zeigt,  dass  man  aus  dem  Beinamen
Septimium  nicht  zu  dem  Schluss  berechtigt  sei,  dass  erst  Septimius
  Severus  den  Ort  zum  Municip  erhoben  habe,  da  Apulum
spätestens  unter  M.  Aurel  Municipialrecht  erlangt  hat  (s.  unt.);
es  geht  daraus  nur  hervor,  dass  Septimius  Severus  dem  Orte
neue  Rechte  v.erliehen  habe.  Demnach  hat  Potaissa,  wie  es
scheint,  folgende  Wandlungen  durchgemacht:  zuerst  ein  vicus
abhängig  von  Napoea  wird  es  im  2.  Jahrhundert  zum  Municip
erhoben  und  erhält  von  Septimius  Severus  bei  Hineinlegung
der  Legio  V  Macedonica  (vgl.  Mommsen  p.  161  und  999)  Colonialrecht, ­
  schliesslich  noch  das  ius  Italicum.  Jedoch  wird  man  aus
dem  Namen  municipium  S(eptimium)  folgern  dürfen,  dass  auch
hier,  wie  im  Apulum,  neben  der  militärischen  Colonie  ein  bürgerliches ­
  Municip  fortbestand,  wobei  nur  fraglich  bleibt,  ob
Potaissa  schon  vor  Septimius  Municipalrecht  gehabt  hat.  Die
Nachricht  Ulpian’s,  dass  es  damals  noch  vicus  gewesen  sei,  muss
freilich  dann  ungenau  sein,  jedoch  wird  es  wahrscheinlich,
wie  Napoea  und  ursprünglich  auch  Apulum,  eine  Mittelstellung
zwischen  vicus  und  municipium  eingenommen  haben,  da  keine
Beamten  nachweisbar  sind.  ,
14)  Koslärd  vor  dem  Hause  Zejk;  fast  unleserlich.

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