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Hirschf eld.
Procuratoreninschriften (n. 855—857, 865 und ined. n. 2—3)
zeigen vielmehr, wie schon Mommsen (p. 169) gesehen hat,
dass das durch seine Entfernung von der Grenze, wie durch
den Szamos-Fluss, den Grenzwall und mehrere im Norden erbaute
Castelle geschützte Napoca, dessen rasche Entwicklung
im Laufe des zweiten Jahrhunderts aus den dort gemachten
Funden ersichtlich wird, die eigentliche Hauptstadt der provincia
Porolissensis geworden sei.
Während die Lage dieser beiden Landestheile, wenn auch
ihre genaue Abgrenzung vorläufig nicht möglich scheint, im Allgemeinen
unzweifelhaft ist, so befindet man sich dagegen betreffs
der provincia Malvensis in vollständiger Ungewissheit. Genannt
wird sie nur in der oben angeführten Inschrift ihres Procurators
Catonius Vindex und in einem Militärdiplom vom Jahre 230 erscheint
die coloniaMalve(n)sis (C. J. L. 3, p. 893, n. 51: M. Aurelio
Deciano colonia Malvese ex Dacia), von der sie ihren Namen
erhalten hat. Ueber ihre Lage haben wir jedoch nicht das geringste
Zeugniss und es hat daher Mommsen nur die ganz allgemeine
Yermuthung ausgesprochen, dass sie im Osten von Dacien zu
suchen sei, während sie von Anderen in den hohen Norden
gesetzt wird. Ich glaube, dass man in dieser provincia Malvensis
nichts anderes zu erkennen habe, als die heutige Wallachei,
so weit sie von den Körnern occupirt war; in dem ganz
dünn besetzten Osten Siebenbürgens war die Errichtung einer
eigenen Provinz sicher nicht von Nöthen, während es nicht
wohl denkbar ist, dass das weit ausgedehnte und reiche Land
zwischen den Karpathen und der Donau zu der ohnehin schon
bedeutenden provincia Apulensis geschlagen worden sei: bildeten
doch die Karpathen eine Scheidewand, die eine gemeinsame
Verwaltung in hohem Grade erschweren musste. Die nicht
unbeträchtlichen Funde, die bei nur oberflächlichen Nachgrabungen,
besonders von den Herren Cesare Bolliac und Major
Papazoglu in Turn-Severin, Celei und Recka, zu Tage gefördert
sind, machen es unzweifelhaft, dass hier am Ufer der Donau
in unmittelbarer Nähe des schon seit langer Zeit romanisirten
Moesien, durch das Gebirge und das wohlvertheidigte Land
jenseits desselben vor feindlichen Einfällen geschützt, sich ähnlich
wie in Sarmizegetusa eine ungleich reichere Cultur entwickelt
habe, als in den nördlichen Theilen von Dacien. Wo