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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

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Hirschf  eld.

Procuratoreninschriften  (n.  855—857,  865  und  ined.  n.  2—3)
zeigen  vielmehr,  wie  schon  Mommsen  (p.  169)  gesehen  hat,
dass  das  durch  seine  Entfernung  von  der  Grenze,  wie  durch
den  Szamos-Fluss,  den  Grenzwall  und  mehrere  im  Norden  erbaute ­
  Castelle  geschützte  Napoca,  dessen  rasche  Entwicklung
im  Laufe  des  zweiten  Jahrhunderts  aus  den  dort  gemachten
Funden  ersichtlich  wird,  die  eigentliche  Hauptstadt  der  provincia
  Porolissensis  geworden  sei.
Während  die  Lage  dieser  beiden  Landestheile,  wenn  auch
ihre  genaue  Abgrenzung  vorläufig  nicht  möglich  scheint,  im  Allgemeinen ­
  unzweifelhaft  ist,  so  befindet  man  sich  dagegen  betreffs
der  provincia  Malvensis  in  vollständiger  Ungewissheit.  Genannt
wird  sie  nur  in  der  oben  angeführten  Inschrift  ihres  Procurators
Catonius  Vindex  und  in  einem  Militärdiplom  vom  Jahre  230  erscheint ­
  die  coloniaMalve(n)sis  (C.  J.  L.  3,  p.  893,  n.  51:  M.  Aurelio
Deciano  colonia  Malvese  ex  Dacia),  von  der  sie  ihren  Namen
erhalten  hat.  Ueber  ihre  Lage  haben  wir  jedoch  nicht  das  geringste
Zeugniss  und  es  hat  daher  Mommsen  nur  die  ganz  allgemeine
Yermuthung  ausgesprochen,  dass  sie  im  Osten  von  Dacien  zu
suchen  sei,  während  sie  von  Anderen  in  den  hohen  Norden
gesetzt  wird.  Ich  glaube,  dass  man  in  dieser  provincia  Malvensis ­
  nichts  anderes  zu  erkennen  habe,  als  die  heutige  Wallachei, ­
  so  weit  sie  von  den  Körnern  occupirt  war;  in  dem  ganz
dünn  besetzten  Osten  Siebenbürgens  war  die  Errichtung  einer
eigenen  Provinz  sicher  nicht  von  Nöthen,  während  es  nicht
wohl  denkbar  ist,  dass  das  weit  ausgedehnte  und  reiche  Land
zwischen  den  Karpathen  und  der  Donau  zu  der  ohnehin  schon
bedeutenden  provincia  Apulensis  geschlagen  worden  sei:  bildeten ­
  doch  die  Karpathen  eine  Scheidewand,  die  eine  gemeinsame ­
  Verwaltung  in  hohem  Grade  erschweren  musste.  Die  nicht
unbeträchtlichen  Funde,  die  bei  nur  oberflächlichen  Nachgrabungen, ­
  besonders  von  den  Herren  Cesare  Bolliac  und  Major
Papazoglu  in  Turn-Severin,  Celei  und  Recka,  zu  Tage  gefördert
sind,  machen  es  unzweifelhaft,  dass  hier  am  Ufer  der  Donau
in  unmittelbarer  Nähe  des  schon  seit  langer  Zeit  romanisirten
Moesien,  durch  das  Gebirge  und  das  wohlvertheidigte  Land
jenseits  desselben  vor  feindlichen  Einfällen  geschützt,  sich  ähnlich ­
  wie  in  Sarmizegetusa  eine  ungleich  reichere  Cultur  entwickelt ­
  habe,  als  in  den  nördlichen  Theilen  von  Dacien.  Wo
            
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