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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Epigrapliische  Nachlese  zum  Corpus  Inscriptionum  Latinarum  vol.  III.

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von  Dacia  Apulensis  war  Sarmizegetusa,  wie  mehrere  dort  gefundene ­
  Inschriften  beweisen,  jedoch  scheint  in  Apulum  ein
tabularius  der  Provinz  fungirt  zu  haben  (n.  980).  Zweifelhafter
ist  es,  wo  der  Procurator  der  nördlichen,  vom  Szamos  durchströmten ­
 1  provincia  Porolissensis  seine  Station  hatte;  denn  wenn
auch  das  municipium  Porolissum  (bei  Mojgräd),  von  dem  die
Provinz  ihren  Namen  erhielt,  schon  bald  nach  der  Occupation
eine  gewisse  Bedeutung  gehabt  haben  muss,  da  Antoninus  Pius
im  Jahre  157  durch  seinen  Procurator  Quintilianus  ein  damals
bereits  verfallenes  (vetustate  dilapsum)  Amphitheater  wieder  erbauen ­
  liess,  so  war  doch  dieser  an  der  äussersten  Grenze  gelegene, ­
  den  Einfällen  der  nördlichen  Barbaren  unmittelbar  exponirte
  Ort  zum  Sitze  der  Verwaltung  und  zur  Aufbewahrung
der  Cassen  wenig  geeignet,  und  ist,  wenn  überhaupt,  so  doch
sicher  nicht  seit  den  im  Markomannenkriege  gemachten  Erfahrungen ­
  zu  diesem  Zwecke  benutzt  worden.  Die  Fundorte  der

noch  der  Gehalt  der  Provincialprocuratoren  ganz  fest  normirt,  sondern
nach  den  Verhältnissen  veränderlich  gewesen  zu  sein.  In  der  neugefundenen ­
  Inschrift  von  Concordia  (Bull.  d.  J.  1874,  p.  33)  bekleidet  dagegen ­
  Cominius  Clemens  die  Procuratur  von  Dacia  Apulensis  noch  vor
der  Procuratur  von  Lusitanien,  die  sonst  in  der  Regel  am  Anfang  der
procuratorischen  Provincialcarriere  stellt,  war  also  sicher  nicht  ducenarius.
Keineswegs  wird  man  sich  durch  Gruter  446,  3:  Sex.  Oppio  Prisco  .  .  .\
proc.  prov.  Daciae  ...  zu  der  Annahme  verleiten  lassen,  dass  Pertinax
Procurator  von  ganz  Dacien  gewesen  sei,  denn  diese  Inschrift  ist  uicht,
wie  Borghesi  (III  p.  187)  annimmt,  aus  zwei  echten  Fragmenten  zusammengefügt, ­
  sondern  sicherlich,  wie  schon  ihr  Ursprung  wahrscheinlich
macht,  eine  -Ligorianische  Fälschung  oder  wenigstens  heillos  interpolirt.
Schon  Henzen  (zu  Borghesi  a.  O.)  hat  sich  mit  vollem  Recht  gegen  die
Annahme  Borghesi’s  verwahrt,  dass  man  von  senatorischen  Aemtern  zur
procuratorischen  Carriere  hätte  übergehen  können;  unter  den  sehr  zahlreichen ­
  Procuratoreninschriften  gibt  es  kein  einziges  Beispiel  dafür,  während
die  Erhebung  vom  Procuratoren  in  den  Senatorenstand  nicht  selten  stattgefunden ­
  hat.  Demnach  wird  man  die  Existenz  von  Procuratoren  für  ganz
Dacien  seit  der  Hadrianischen  Theilung  überhaupt  in  Abrede  zu  stellen
haben.
1  Dass  die  ganze  Gegend  nach  diesem  Fluss  den  Namen  Samus  oder
Samum  geführt  habe,  beweist  die  merkwürdige  Inschrift  vom  Jahre  239)
n.  827,  v.  8—9:  Samum  cum  reg(ione)  [trjans  väl[lumj.  Es  ist  Karl  von
Torma’s  Verdienst,  diese  Gegenden  zuerst  durchforscht  zu  haben;"auch
Spuren  des  hier  erwähnten  Walles  sind  von  ihm  zwischen  Kis-Sebes  und
Mojgräd  nachgewiesen  worden.
            
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