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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 77. Band, (Jahrgang 1874)

Epigraphisclie  Nachlese  zum  Corpus  Inscriptionum  Latinarum  vol.  III.

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liehen  Arbeiter  lieferte  natürlich,  wie  das  auch  die  Namen  in
den  Wachstafeln  und  den  spärlichen  in  Verespatak  gefundenen
Grabinschriften  beweisen  (C.  J.  L.  3,  pag.  214),  das  benachbarte ­
  Pannonien.  Der  Sitz  der  Verwaltung  befand  sich,  wie
noch  heutigen  Tages,  in  Zalatna,  dem  alten  Ampelum,  wo
mehrere  Inschriften  kaiserlicher  Procuratoren  und  ihres  Schreiberpersonals ­
  zum  Vorschein  gekommen  sind.  Die  Grabschrift  eines
M.  Ulpius  Aug.  lib.  Hermias  proc.  aurariarum  (n.  1312)  weist
uns  bis  in  die  Zeit  Trajan’s  zurück  und  auch  die  Wachstafeln,
die  mit  dem  Jahre  131  beginnen, 1  lassen  keinen  Zweifel
darüber,  dass  man  nach  der  Eroberung  des  Landes  mit  der
Eröffnung  der  Bergwerksarbeiten  nicht  lange  gezögert  habe.
Es  scheint,  dass,  entgegen  der  althergebrachten  römischen  Verwaltungspraxis, ­
  die  wir  auch  bei  den  Eisenwerken  in  Noricum
angewandt  linden,  die  dacischen  Goldbergwerke  nicht  dauernd
verpachtet  waren,  sondern,  wohl  um  Raubbau  zu  vermeiden,
direct  bewirthschaftet  worden  sind;  ursprünglich  wird  freilich
auch  hier  Verpachtung  stattgefunden  haben,  worauf  das  in
Diod  (=  Brucla?),  dem  alten  Sitze  der  Bergverwaltung,  erwähnte ­
  Collegium  aurariarum  (n.  941,  nicht  aurariorum,  wie  es
bei  Gruter  fälschlich  heisst)  hinzuweisen  scheint,  das,  wie  der
Name  des  Dcdicanten,  L.  Calpurnius,  zeigt,  nicht  aus  unfreien
Bergwerksarbeitern,  sondern  wahrscheinlich  den  Pächtern  der
Goldbergwerke  bestand  vgl.  Gaius  in  Digg.  3,  4,  1  pr.:  paucis
admodum  in  causis  concessa  sunt  huiusmodi  corpora:  ut  ecce
vectigalium  publicorum  sociis  permissum  est  corpus  habere  vel
aurifodinarum  vel  argentifodinarum  et  salinarum.  Ueber  die
Verwaltung  der  Salzbergwerke,  die  bekanntlich  einen  bedeutenden ­
  Reichthum  Siebenbürgens  ausmachen,  ist  in  unseren  Quellen
keine  Spur  zu  finden;  jedoch  tragen  die  Salinen  bei  Torda  und
Maros-Ujvär  deutliche  Spuren  antiker,  wahrscheinlich  schon  vorrömischer ­
  Bearbeitung.  Die  Schwierigkeit  des  Transportes  und

Salonia  führt,  was  mit  einer  gewissen  Wahrscheinlichkeit  auf  seine  Versetzung ­
  aus  Dalmatien  nach  Dacien  schliessen  lässt.  Ueber  die  Prosmoni
in  einer  neugefundenen  Inschrift  s.  unt.
1  Sie  reichen  nur  bis  zum  Jahre  167  hinab,  was  Mommsen  (p.  921)  sicher
richtig  mit  dem  Markomannenkriege  in  Verbindung  bringt;  dass  seitdem
der  Bergbau  überhaupt  nicht  wieder  aufgenommen  worden  sei,  ist  dagegen
schwerlich  aus  dem  Fehlen  späterer  Wachstafeln  zu  schliessen.
Sitzungsber.  d.  phil.-bistor.  CI.  LXXVII.  Bd.  II.  Hft.  24
            
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